Die US-Investmentbank Goldman Sachs kann mit ihren Quartalszahlen nicht durchweg überzeugen. Aktie mit minus drei Prozent Schlusslicht im US-Leitindex Dow Jones. Wichtiger Geschäftsbereich weckt Sorgen mit Blick auf die Deutsche Bank.

Woche der Wahrheit für die großen US-Banken: Nach Goldman Sachs am gestrigen Montag legen heute Branchenprimus JP Morgan und Citigroup ihre Zahlen vor. Bank of America und die Investmentbank Morgan Stanley folgen am Mittwoch. Damit eröffnen die Geldhäuser gleichzeitig die US-Berichtssaison.

Goldman Sachs hat im ersten Quartal den Nachsteuergewinn um 18 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar gesteigert. Das Ergebnis je Aktie kletterte um ein Viertel auf 17,55 Dollar und übertraf damit die Erwartungen des Marktes. Das Institut enttäuschte jedoch im Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen, das im Vorjahresvergleich um zehn Prozent zurückging, während der Markt einen Zehn-Prozent-Anstieg erwartet hatte.

Das Aktiengeschäft und das Investmentbanking insgesamt hätten aber einen starken Eindruck hinterlassen, äußerte sich JP-Morgan-Analyst Kian Abouhossein nach der Zahlenvorlage. Für die ebenfalls im Investmentbanking tätigen Wettbewerber UBS und Morgan Stanley seien dies positive Vorzeichen, ergänzte Abouhossein, da sie stärker auf das Aktiengeschäft ausgerichtet seien. 

Die Deutsche Bank hat ihren Fokus dagegen auf dem Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen. Die Frankfurter verdienen damit üblicherweise rund ein Viertel ihrer Konzernerträge. Das deutsche Institut hatte bereits angedeutet, dass sich dieses Geschäft im ersten Quartal schwächer entwickelt habe als im Vorjahreszeitraum. Für die Deutsche Bank, die ihre Zahlen am 15.4. vorlegt, werden enttäuschende Handelsumsätze erwartet.

Die Goldman-Sachs-Aktie, die zuletzt wieder deutlich zugelegt hatte, büßte nach den Zahlen bis zu drei Prozent ein und rutschte damit ans Ende des US-Leitindex Dow Jones. JP Morgan, Citigroup und Morgan Stanley legten dagegen leicht zu. In Frankfurt reagierten die Aktien von Deutscher Bank und Commerzbank in einem negativen Marktumfeld mit leichten Verlusten von 0,8 und 0,5 Prozent.

Fazit

Goldman Sachs hat im Anleihengeschäft einen negativen Akzent gesetzt. Die Ertragsentwicklung könnte bereits mit der Zinsentwicklung und schwindenden Aussichten auf eine Leitzinssenkung der Fed zusammenhängen. Die Inflation dürfte auch in den USA durch den massiven Ölpreisanstieg erst einmal hoch bleiben. Die resultierenden zusätzlichen Kostenbelastungen dürften für die Berichtssaison ein entscheidendes Thema werden. 

Deutsche Bank (WKN: 514000)