Vor der Hauptversammlung an diesem Donnerstag sorgen sich Aktionäre um den Zustand des größten deutschen Geldhauses. „Haben Sie eigentlich noch genug Wasser unter dem Kiel?“

Auf der Hauptversammlung (HV) am kommenden Donnerstag wird sich Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing kritischen Fragen der Aktionäre stellen müssen. Sie machen sich vor allem über die Bewertung des Instituts am Kapitalmarkt Sorgen. „Seit Jahresbeginn hat die Deutsche-Bank-Aktie deutlich verloren“, stellt Union-Investment-Fondsmanagerin Alexandra Annecke in ihrer vorab veröffentlichten HV-Rede eingangs fest. „Sie notiert wieder unter dem materiellen Buchwert.“ Trotz des Rekordjahres 2025 und der erzielten Fortschritte glaube der Markt noch nicht, „dass die Deutsche Bank für stürmische Zeiten schon genug Wasser unter dem Kiel hat“.

Nicht nur die geopolitischen Schocks seien für den auch im Branchenvergleich überproportional starken Kursrückgang verantwortlich. „Die Skepsis am Markt ist wieder da“, sagt Annecke. „Auf den Gipfel von 2025 – der Aktienkurs verdoppelte sich – folgen die Mühen der Ebene. Die Deutsche Bank wird heute erneut wieder als „Show-me-Story“ wahrgenommen.“

Annecke fordert von Sewing „strikte Kostendisziplin“, und fragt, welche Möglichkeiten der Vorstandschef sieht, „die beim Kapitalmarkttag im November angekündigten Effizienzen von zwei Milliarden Euro zu übertreffen“. Auch die zuletzt sprudelnden Erträge aus dem Investmentbanking sind für die Union-Investment-Rednerin eher Anlass zur Sorge. „Erträge aus den stabilen Geschäftsbereichen Unternehmensbank, Privatkundenbank und Assetmanagement sind aus Sicht des Kapitalmarkts wertvoller als Erträge aus der Investmentbank, die letztes Jahr der Haupttreiber des Wachstums war.“

Deutsche-Bank-Chef Sewing geht in seiner vorab veröffentlichten HV-Rede auf die Chancen von Künstlicher Intelligenz (KI) beim Einsatz im Bankgeschäft ein. Vor allem ließen sich damit deutlich mehr Kosten einsparen, und das in den kommenden Jahren angestrebte Ziel einer Eigenkapitalrendite von 13 Prozent lasse sich übertreffen. „Wir trauen uns deutlich mehr zu.“

Fazit

Die Deutsche Bank hatte 2025 einem Rekordgewinn von 9,7 Milliarden Euro vor Steuern erzielt und sich höhere Ziele gesetzt. Unter anderem sollen die Erträge - die gesamten Einnahmen - von zuletzt gut 32 Milliarden bis 2028 auf 37 Milliarden Euro steigen. Die Rendite auf das materielle Eigenkapital lag bei gut 10 Prozent. Angesichts der aktuellen Bewertung am Kapitalmarkt hat Vorstandschef Christian Sewing noch viel Überzeugungsarbeit vor sich.

Deutsche Bank (WKN: 514000)