Absturz quasi mit Ansage: Erst zu Wochenbeginn hatte Goldman Sachs die Kaufempfehlung für Carl Zeiss Meditec kassiert und dabei auf Schwierigkeiten im China-Geschäft verwiesen. Und die Experten sollten Recht behalten. Der Medizintechnikspezialist mit Fokus auf Augenheilkunde ist schwach ins Jahr gestartet. Der Titel rutscht zweistellig ab und notiert auf dem tiefsten Niveau seit fast zehn Jahren.
Die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres (bis 31. Dezember 2025) waren so schwach, dass das Unternehmen aus Jena befürchtet, die Ziele für das bis September laufende Geschäftsjahr 2025/26 nicht halten zu können. Das operative Ergebnis (Ebita) schrumpfte sogar auf nur noch 8,0 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 35 Millionen Euro gewesen.
Belastet wurde das Geschäft laut Unternehmensangaben durch deutliche Währungsnachteile, rückläufige Erlöse bei einer speziellen Intraokularlinse in China sowie ein schwächer werdendes Investitionsklima in der Region Americas, also Nord‑, Mittel‑ und Südamerika. Auch die Verschiebung der Wintersaison für refraktive Eingriffe rund um das chinesische Neujahrsfest drückte auf die Nachfrage. Hinzu kam, dass das Vorjahr außergewöhnlich starke Geräteauslieferungen verzeichnet hatte.
Zudem sieht sich Carl Zeiss Meditec in China vor einer weiteren Belastungsprobe: Das demnächst startende landesweite Ausschreibungsverfahren für Intraokularlinsen dürfte den Preisdruck spürbar erhöhen, warnte das Unternehmen.
Angesichts der Entwicklung kündigte der Vorstand eine Überprüfung der Jahresziele an. Eine aktualisierte Prognose und Details zum geplanten Konzernumbau sollen "so bald wie möglich" folgen, spätestens jedoch mit den Halbjahreszahlen am 12. Mai. Bislang hatte Carl Zeiss Meditec einen Umsatzanstieg auf rund 2,3 Milliarden Euro sowie eine EBITA-Marge von 12,5 Prozent in Aussicht gestellt.
Der vollständige Bericht zum ersten Quartal soll am 12. Februar veröffentlicht werden.
Analysten zeigten sich wenig überrascht, schließlich gilt das schwache China-Geschäft schon länger als Belastungsfaktor. So bekräftige JPMorgan die Einstufung „Underweight“ und erwartet nun rund zehn Prozent niedrigere Ebitda-Schätzungen.
Fazit
Der langfristige Abwärtstrend setzt sich fort. Anleger halten sich fern.
Enthält Material von dpa-AFX