Wer wird Fußball-Weltmeister? Deutschland jedenfalls nicht, sagen die Analysten von Goldman Sachs, die die Mannschaften der Teilnehmer-Länder einem Rating unterzogen haben.

Die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs haben sich unter der Leitung des Chefvolkswirts Jan Hatzius zur Abwechslung mal nicht mit der Bewertung von Unternehmen oder Ländern herumgeschlagen. Sondern aus aktuellem Anlass mit dem möglichen Ausgang der an diesem Donnerstag beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

20000 Pflichtspiele seit dem Jahr 1978 seien dazu in ein Analysemodell einbezogen und der jeweilige Ausgang einem sogenannten Elo-Rating unterzogen worden. Das berücksichtige nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Stärke oder Schwäche der jeweiligen Gegner. Torjägererfolge spielten eine Rolle, aber auch psychologische Faktoren wie Blockadephänomene nach einem WM-Sieg.

Anschließend wurde dieses Modell auf das aktuelle WM-Turnier übertragen und für jedes mögliche Aufeinandertreffen entsprechende Siegwahrscheinlichkeiten errechnet. Dabei wurden zehntausende von Spiel-Varianten simuliert.

Deutschland soll dem Modell zufolge zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent die Gruppenphase überstehen, aber dann im Achtelfinale an Frankreich scheitern - vor allem wegen fehlender Torjägerqualitäten.

Fazit

Spanien gewinnt das Turnier, allerdings auch nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 26 Prozent. Frankreich hat dem Modell zufolge eine 19-prozentige Chance, zum dritten Mal Weltmeister zu werden. Für Argentinien ergibt sich eine Chance von 14 Prozent. Brasilien kommt auf acht Prozent, England und die Niederlande jeweils auf rund fünf Prozent, Deutschland landet bei 4,5 Prozent. Goldman Sachs betont, dass das Modell auch Schwächen habe und beispielsweise gegenüber Faktoren wie der Gesundheit der Spieler "weitgehend blind" sei.

Goldman Sachs (WKN: 920332)