Deutschlands größte Fluglinie feiert ihren 100. Geburtstag. Privatpilot und Bundeskanzler Friedrich Merz schaute zum Gratulieren beim Festakt in Frankfurt vorbei und verkündete, weniger Fliegen sei keine Option für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Doch inmitten von sich abwechselnden Streiks bei Piloten und Kabinenpersonal, Hunderten gestrichenen Flügen und geopolitischen Herausforderungen mag bei Investoren nicht so recht Partylaune aufkommen. In diesem Jahr hat die MDAX-Aktie etwa sieben Prozent eingebüßt.
Der Konflikt im Iran treibt die Kosten, etwa durch zahlreiche Flugausfälle und einen aufwendigeren Betrieb, weil Kriegsgebiete umflogen werden müssen. Zudem hat sich Kerosin nicht nur stark verteuert, sondern könnte demnächst auch knapp werden. Europäische Airlines warnten bereits vor möglichen Engpässen und fordern eine engere Überwachung der Lieferketten.
Für die Lufthansa verschärft sich damit eine ohnehin schwierige Lage. Zwar ist das Logistikgeschäft profitabel, gemessen am Gesamtumsatz im Konzern ist es aber deutlich kleiner als das Passagiergeschäft. Ausgerechnet die Kernmarke Lufthansa Airlines kommt auf eine Gewinnmarge von lediglich 0,9 Prozent, und das auch nur mit Mühe und dank eines harten Sparprogramms. Mittelfristig soll diese Kennzahl auf acht bis zehn Prozent steigen.
Der Konzernvorstand verschärft derweil den Sparkurs weiter: Medienberichten zufolge werden Neueinstellungen gestoppt, Geschäftsreisen eingeschränkt und Budgets in vielen Bereichen gekürzt.
Sowohl die Beschäftigten im Cockpit als auch in der Kabine dürften das als weiteres Zeichen dafür sehen, dass der Konzernumbau vor allem zu ihren Lasten erfolgen soll. Analysehäuser wie JP Morgan und Bernstein Research senkten ihre Kursziele.
Fazit
Die Lufthansa-Aktie bleibt bis auf Weiteres belastet. Langfristige Chancen bestehen, doch kurzfristig überwiegen Unsicherheiten. Eine Erholung dürfte auf sich warten lassen.
Enthält Material von dpa-AFX