Die Marke mit dem Stern hat im ersten Quartal erneut weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum. Besonders in China kämpft der Konzern weiter mit schwierigen Geschäften, die Lichtblicke in anderen Regionen überschatten. Die Anteilsscheine sind in der Folge im Rückwärtsgang unterwegs.
Der Jahresauftakt verlief herausfordernd: Von Januar bis März setzte Mercedes-Benz 499.700 Pkw und Vans ab, gegenüber Vorjahr ein Rückgang um sechs Prozent. Dass die Stuttgarter dabei elf Prozent mehr batterieelektrische Modelle übergeben haben, stützte nur bedingt.
Im PKW-Segment büßte der Absatz um sechs Prozent ein. Problematisch bleibt einmal mehr der wichtige chinesische Markt, hier brachen die Auslieferungen um 27 Prozent ein. Das Management verwies unter anderem auf aktive Vertriebssteuerung, ein anspruchsvolles Marktumfeld sowie das planmäßige Auslaufen einiger Modelle vor anstehenden Generationswechseln. Da heuer bei mehreren Schlüsselmodellen Wechsel anstehen, betrachtet Mercedes den laufenden Berichtszeitraum dort als Übergangsjahr.
Lichtblicke im Westen
Abseits der Schwäche im Reich der Mitte legte der Absatz derweil um fünf Prozent zu. Zuwächse gab es in Europa, vor allem im deutschen Markt, sowie in Nordamerika. Hier profitierte der Konzern auch von einer weiterhin hohen Nachfrage nach seinen Fahrzeugen im oberen Preissegment.
Für die kommenden Quartale bauen die Stuttgarter auch auf neue Modelle, verwiesen beispielsweise auf positive Rückmeldung zum vollelektrische GLC und eine besser als erwartet ausgefallene Auftragsentwicklung für die neue S-Klasse. Weitere Impulse sollen Modelle wie GLE, GLS und die kommende vollelektrische C-Klasse bringen.
Leichtes Minus bei Vans
Bei den Vans büßte der Absatz zum Vorjahr drei Prozent ein. Während Verkäufe gewerblicher Fahrzeuge stagnierten, ging es im kleineren Bereich mit privaten Vans um 19 Prozent zurück. Regional entwickelte sich einmal mehr Asien schwach, dessen Anteil am Gesamtabsatz aber ohnehin nicht so bedeutend ist wie bei den PKW.
Der Jahresauftakt mit Absatzrückgang bei Autos und Vans lag nach Konzerngaben „im Einklang mit den Erwartungen“. Für 2026 stellte Mercedes-Benz im PKW-Segment Auslieferungen auf und bei den Vans leicht über dem Niveau des Vorjahres in Aussicht. Während auch Modelleinführungen neuen Schwung verleihen sollen, bleiben geopolitische Unsicherheiten und deren potenzielle Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung ein Risikofaktor.
Aktie gebremst
Bei Anlegern sorgten die Absatzzahlen heute nicht für Euphorie. In einem ohnehin schwachen Marktumfeld setzen die Papiere rund drei Prozent zurück. Nachdem die Aktie im laufenden Kalenderjahr spürbar eingebüßt hat, verläuft der Versuch einer Erholung nur schleppend.
Fazit
Das Geschäft verlief zuletzt mühsam. Im wichtigen, aber schwierigen Markt China sind durch den intensiven Wettbewerb und Modellwechsel, gerade im Einstiegssegment, heuer keine großen Sprünge zu erwarten. Konzernweit dürfte der Absatz eher im Bereich von 2025 landen, sofern das Geschäft nicht durch eine Verschlechterung der Verbraucherstimmung sogar noch gebremst wird.
Am kommenden Montag (13. April) hält der Konzern um 17 Uhr einen Pre-Close Call zum Auftaktquartal ab. Mit der Telefonkonferenz für Analysten und Investoren gibt Mercedes-Benz einen Überblick über bereits öffentliche Informationen sowie relevante Entwicklungen. Der Quartalsbericht folgt dann am 29. April. Aktuell fehlen Impulse, die für eine echte Trendwende bei Geschäft und Aktie sprechen. Abwarten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz.