Der Triebwerksbauer MTU Aero Engines will in den kräftig wachsenden Milliardenmarkt der Drohnenantriebe einsteigen und übernimmt dazu das Kölner Unternehmen Aerodesignworks, das Turbojetantriebe entwickelt und baut.

Die Übernahme von Aerodesignworks hat der DAX-Konzern jetzt bekanntgegeben. Aerodesignworks wurde 2011 aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgegliedert. „Wir werden künftig Antriebe für alles im Portfolio haben – vom Kampfjet bis zur Rettungsdrohne“, kündigte MTU-Chef Johannes Bussmann gegenüber dem Handelsblatt an.

MTU habe zwar viel Erfahrung bei großen Antrieben wie etwa Verkehrsflugzeuge oder Militärjets. Gleichzeitig gebe es aber eine große Dynamik bei unbemannten Fluggeräten, ergänzte Bussmann. „Dort sind die Anforderungen aber ganz andere, etwa was Reichweiten und Stückzahlen angeht.“ Deshalb habe man sich entschlossen, diese Lücke im Geschäft zu schließen.

MTU strebt offenbar eine skalierte Massenfertigung derartiger Antriebe an. Aerodesignworks stehe bereits an der Schwelle zur Serienfertigung, benötige dafür aber hohe Investitionen, sagte Bussmann.

Die US-Bank JPMorgan hat unterdessen ihre Kaufempfehlung fürfür MTU mit einem Kursziel von 465 Euro bestätigt. Der europäische Rüstungssektor sehe sehr attraktiv aus, schrieb David Perry. Für den zivilen Luftfahrtsektor indes könnten die Risiken zunehmen.

Fazit

Der globale Markt für die Drohnenmotoren soll sich laut den Marktforschern von Global Market Insights von 21 Milliarden Dollar im Jahr 2026 auf 66 Milliarden Dollar im Jahr 2035 mehr als verdreifachen. Dass MTU dieses Geschäftsfeld erschließen will, gilt als vielversprechender Schritt: Das Tempo und die Flexibilität einer Ideenschmiede könnte so mit der Erfahrung, Kraft und Marktstärke eines etablierten DAX-Konzerns kombiniert werden. 

MTU Aero Engines (WKN: A0D9PT)