Patentklippe und günstige Nachahmerpräparate machen den Baslern Kummer: Novartis ist schwach ins Jahr gestartet. Die Börse reagiert mit Verlusten.

Bei dem Schweizer Pharmakonzern verlieren gleich mehrere milliardenschwere Umsatzbringer ihren Patentschutz, darunter das Herzkreislaufmittel Entresto, Promacta zur Behandlung von Hepatitis und Tasigna zur Krebstherapie ihren Patentschutz, zudem bekommt Novartis starke Generika-Konkurrenz aus den USA.

Die Aktie quittierte die Quartalszahlen mit Kursverlusten von bis zu fünf Prozent, seit Jahresbeginn schmilzt das Plus in Euro auf etwa vier Prozent zusammen.

Im ersten Quartal sank der Umsatz um ein Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar, währungsbereinigt um fünf Prozent. Der operative Gewinn brach um neun Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar ein, der Kernbetriebsgewinn ging um zwölf Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zurück und blieb damit unter den erwarteten 5,2 Milliarden.

Unter dem Strich verblieb ein Gewinn von knapp 3,2 Milliarden Dollar nach 3,6 Milliarden im Vorjahresquartal. Konzernchef Vasant Narasimhan hält dennoch an den Jahreszielen fest und plant mit einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich sowie einem leichten Rückgang beim operativen Kerngewinn.

Finanzchef Mukul Mehta zeigte sich derweil optimistisch, dass Novartis im zweiten Halbjahr zurück auf den Wachstumspfad findet. Denn dann soll das übrige Portfolio die Generika-Belastungen mehr als ausgleichen.

Tatsächlich lassen einige Präparate hoffen: Das Brustkrebsmittel Kisqali legte um 55 Prozent auf 1,52 Milliarden Dollar zu, Kesimpta gegen Multiple Sklerose um 26 Prozent auf 1,16 Milliarden, Pluvicto gegen Prostatakrebs sprang um 70 Prozent auf 642 Millionen Dollar. Demgegenüber sackten die Erlöse von Entresto um 46 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar ab, bei Promacta brachen sie um satte 66 Prozent ein.

Novartis (WKN: 904278)

Fazit

Die Deutsche Bank rät mit Kursziel 135 Franken zum Kauf, Barclays (120 Franken) und DZ Bank (124 Franken) raten zum Halten, Goldman Sachs bekräftigt mit Ziel 106 Franken die Verkaufsempfehlung. Anleger bleiben besser an der Seitenlinie: Pipeline-Daten im zweiten Halbjahr dürften zeigen, ob das erste Quartal den Tiefpunkt markiert.

Enthält Material von dpa-AFX