Die Tank-Quittung wird in diesen Tagen fast zum Statussymbol: Hohe Spritpreise machen den Tankstopp zum Luxusgut. Nachdem US Präsident Donald Trump „extrem harte“ Angriffe gegen den Iran angedroht hatte, verpufft die Hoffnung, dass der Krieg im Nahen Osten bald eine Ende finden könnte. Während Autofahrer zu den Leidtragenden gehören, zählt Verbio zu den Profiteuren. Der Biokraftstoffhersteller legt heute im schwachen Marktumfeld wieder deutlich zu.
Seit Jahresbeginn hat das SDAX-Papier über 80 Prozent an Wert gewonnen, wenn auch unter großen Schwankungen.
Der Grund für die starke Entwicklung ist eine Mischung aus robustem Marktumfeld und besseren Unternehmensperspektiven. Verbio profitiert direkt von hohen Energiepreisen: Je teurer fossile Kraftstoffe werden, desto attraktiver werden Biokraftstoffe wie Bioethanol, das aus Getreide oder Zuckerrüben gewonnen wird. Für Verbraucher werden Kraftstoffe wie E10 oder E85, denen Ethanol-Anteile beigemischt sind, angesichts von Spritpreisen jenseits der Zwei-Euro-Marke interessant.
Derweil hat das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt erst vor kurzem seine Prognose angehoben. Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet Verbio nun ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen 100 und 140 Millionen Euro. Zuvor war lediglich vom oberen zweistelligen Millionenbereich die Rede gewesen.
Die starke Nachfrage nach emissionsarmen Kraftstoffen sorgte zuletzt für hohe Absatzpreise, auch weil das Angebot begrenzt ist. Zudem soll die Nettofinanzverschuldung bis Juni 2026 auf rund 140 Millionen Euro sinken. Zuvor hatte Verbio lediglich mit einem leichten Rückgang gegenüber den 164 Millionen Euro des Vorjahres gerechnet.
Das Analysehaus MWB Research hob im Nachgang das Kursziel von 44 auf 50 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. Der erhöhte Ausblick bestätige die positive Einschätzung des Biokraftstoffanbieters, hieß es. Zudem ist aus Sicht der Experten die aktuelle Lage an den Energiemärkten vorteilhaft für das Papier.
Fazit
Hoffnung auf baldigen Frieden hatte der Aktie des Biosprit-Herstellers gestern erst einen heftigen Absturz beschert. Heute ist Verbio auf gutem Weg, diese Scharte wieder auszuwetzen. Das zeigt allerdings auch, wie empfindlich das Papier auf geopolitische Entwicklungen reagiert.
Enthält Material von dpa-AFX