Der Automobilkonzern hat im abgelaufenen Jahr tiefrote Zahlen eingefahren und stellt auf ein weiter herausforderndes Umfeld ein. Daneben präsentierten die Franzosen auch ihre neuen mittelfristigen Ambitionen. Die Anteilsscheine sind nach der Zahlenvorlage auf Richtungssuche 

Der Automobilkonzern hat im vergangenen Jahr mehr Autos verkauft, lieferte etwas mehr als 2,3 Millionen Fahrzeuge seiner Marken Renault, Dacia und Alpine aus. Gegenüber 2024 stand somit ein Plus von 3,2 Prozent. 

Konzernweit setzten die Franzosen 57,9 Milliarden Euro um, ein Anstieg um drei Prozent. Auf die Automobilsparte entfielen davon rund 51,4 Milliarden Euro, zum Vorjahr ein Plus von 1,8 Prozent. Beide Zahlen lagen im Rahmen der durchschnittlichen Markterwartung. 

Wettbewerb belastet

Seine Profitabilität konnte Renault nicht halten, die operative Marge büßte um 1,3 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent ein. Dies deckte sich mit der Konsensschätzung der Analysten. Zum Halbjahr hatte Renault seine Jahresziele gesenkt, peilte seither noch eine konzernweite operative Marge von rund 6,5 Prozent an. 

Dabei blieb im Automobil-Geschäft weniger vom Umsatz hängen, unter anderem wegen Wechselkurseffekten, einem höheren Anteil von Elektroautos sowie erhöhtem Wettbewerbsdruck, vor allem in Europa. Das operative Ergebnis knickte im Automobil-Geschäft um mehr als ein Viertel ein, die entsprechende Marge büßte von 5,9 auf 4,2 Prozent ein. 

Nissan bringt Verlust, Dividende stabil

Unter dem Strich standen derweil tiefrote Zahlen: Für 2025 wiesen die Franzosen einen empfindlichen Nettoverlust von 10,9 Milliarden Euro aus. Schuld ist die Beteiligung an Nissan: Im Sommer änderte Renault die bilanzielle Behandlung, zieht für die Bewertung seither den Zeitwert auf Basis des Aktienpreises von Nissan heran. Dies führte zu einem nicht zahlungswirksamen Verlust von 9,3 Milliarden Euro. Hinzu kam noch ein negativer Beitrag von 2,3 Milliarden Euro von verbundenen Unternehmen.

Ohne Effekte aus der Beteiligung am japanischen Autobauer stünde ein Nettogewinn von 715 Millionen Euro, gegenüber 2024 (rund 2,8 Milliarden Euro) noch immer ein kräftiger Einbruch. 

Anleger können dennoch eine stabile Ausschüttung erwarten. Auf der Hauptversammlung Ende April schlägt der Vorstand erneut eine Dividende von 2,20 Euro pro Aktie vor. 

Marge im Rückwärtsgang

Im laufenden Jahr soll die Produktpalette in Europa vor allem mit Elektroautos und Hybriden ausgeweitet werden. Dazu will Renault sein internationales Wachstum anschieben. 

Finanziell stellt der Vorstand einen weiteren Rückgang der konzernweiten operativen Marge auf rund 5,5 Prozent in Aussicht. Analysten gingen hier von weniger starken Einbußen aus. Faktoren wie internationale Expansion und ein steigender Anteil von Elektroautos sorgen zwar für Umsatzwachstum, drücken jedoch auf die Marge, teilte der Konzern mit. Das Automobil-Geschäft soll einen freien Cashflow von etwa einer Milliarde Euro erzielen, im abgelaufenen Jahr wurden hier fast 1,5 Milliarden Euro erreicht. 

Mittelfristziele stehen

Daneben präsentierten die Franzosen auch eine mittelfristige Zielsetzung. Der Konzern geht davon aus, dass der Gesamtumsatz dabei mit einer durchschnittlichen Jahresrate im mittleren einstelligen Bereich steigen wird. Die operative Marge soll sich mittelfristig zwischen fünf und sieben Prozent bewegen, auch durch Kostenreduktion. 

Für das Automobil-Geschäft peilt das Management einem jährlichen freien Cashflow von im Schnitt mindestens 1,5 Milliarden Euro an. Anleger sollen über steigende Beträge der absoluten Dividende je Aktie profitieren. 

Renault (WKN: 893113)

Aktie auf rotem Terrain

Anleger mussten die Meldungen erstmal verarbeiten. Nach der Zahlenvorlage startete die Aktie zunächst mit Aufschlägen in den Tag, drehte dann aber in die Verluste und notiert rund drei Prozent im Minus. Auf Sicht eines Jahres setzte der Kurs um mehr als ein Drittel zurück. Analysten der Citigroup betrachten die Papiere inzwischen als „stark überverkauft“. 

Fazit

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr impliziert ein weiter schwieriges Umfeld und begeistert die Börse nicht. Die Mittelfristziele bewerten Analysten mitunter als ambitioniert. Mehr zum strategischen Fahrplan, um diese zu erreichen, wird das Management um Konzernchef François Provost am 10. März auf einem "Strategy Day" vorstellen. Dieser könnte der Aktie neue Impulse liefern. Anleger warten ab.