Mit Kursverlusten von über sechs Prozent reagierte die Rheinmetall-Aktie am Mittwoch auf die Geschäftszahlen. So stufen Analysten die Aktie jetzt ein.
Der größte deutsche Rüstungskonzern hat seine Jahreszahlen vorgelegt – und Investoren offenbar enttäuscht. Die Aktie, die seit Mitte vergangenen Jahres ohnehin nur noch seitwärts lief, lag am Mittwoch mit Kursverlusten von über sechs Prozent am DAX-Ende.
Der Konzern peilt für 2026 angesichts prallgefüllter Auftragsbücher ein Wachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14 bis 14,5 (Vorjahr: 9,9) Milliarden Euro an, bei einer operativen Ergebnismarge von 19 (Vorjahr: 18,5) Prozent. Die Dividende soll auf 11,50 (8,10) Euro steigen.
Mehrere Analysten haben daraufhin ihre Einschätzungen zur Aktie aktualisiert. Bernstein Research bestätigte seine Kaufempfehlung mit Kursziel 2050 Euro - das entspricht 34 Prozent Aufwärtspotenzial. Die Resultate seien durchwachsen ausgefallen, das herausragende Wachstum des Rüstungskonzerns dürfte sich aber fortsetzen.
Goldman Sachs hat bei seiner Kaufempfehlung ein Kursziel von 2300 Euro und sieht damit noch 50 Prozent Luft nach oben. Umsatz und operatives Ergebnis hätten 2025 die Erwartungen allerdings verfehlt, auch das 2026 Ergebnisziel liege unter dem Konsens.
Berenberg empfiehlt Kaufen bei einem Ziel von 2100 Euro (37 Prozent Kurspotential) und bezeichnet die Ergebnisse als „durchwachsen“. Die mittelfristigen Aussichten blieben aber stark. Jefferies zufolge (Kaufen, 2060 Euro, 35 Prozent) liegen Umsatz und Ergebnis ebenfalls unter den Erwartungen. JP Morgan (2130 Euro, 39 Prozent) hält weitere Kursverluste für möglich, sieht aber gleichzeitig eine „attraktive Einstiegschance“.
Fazit
Auch wenn die Analysten weiterhin 30 bis 50 Prozent Aufwärtspotenzial bei der Rheinmetall-Aktie sehen, scheint der große Hype um die hochbewerteten Titel vorbei zu sein. Dafür wächst das Enttäuschungspotenzial, wie der heutige Tag gezeigt hat. Zudem könnte ein längerfristig hoher Ölpreis die Kosten auch für Rheinmetall erhöhen und die Margen unter Druck setzen. Anleger, die im Rüstungsbereich investieren wollen, sollten sich ein Rheinmetall-Engagement genau überlegen, und vielleicht auch Alternativen in Betracht ziehen.