Die Deutsche Bank hat den Rüstungsgiganten Rheinmetall in den Blick genommen und ein krasses Kursziel ausgerufen
Rheinmetall wird bald neue Geschäftszahlen liefern: Der Rüstungskonzern will am 5. November seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 vorlegen und am selben Tag eine Telefonkonferenz abhalten. Deutsche Bank-Analyst Christoph Laskawi erwartet, dass die Zahlen den Eindruck bestätigen: Rheinmetall sei auf Kurs, die Jahresziele für 2026 zu erreichen.
Beim Umsatz rechnet Laskawi erneut mit einem Wachstum von mehr als 40 Prozent. Der Auftragseingang dürfte sich dagegen stärker auf das vierte Quartal konzentrieren. Ein schwächerer Bestelleingang im dritten Quartal wäre aus seiner Sicht daher nicht automatisch ein Warnsignal. Auch beim Cashflow erwartet der Analyst eine Erholung: Nach einem schwachen Wert im zweiten Quartal sollte der Barmittelzufluss wieder deutlich anziehen.
Für die Bewertung der Zahlen komme es damit nicht nur auf das Umsatzwachstum an. Anleger sollten auch darauf achten, ob das Management den erwarteten Auftragszufluss im Schlussquartal bestätigt und ob sich die bessere Geschäftsentwicklung im Cashflow niederschlägt. Ein starkes Umsatzplus wäre weniger überzeugend, falls der Mittelzufluss erneut hinterherhinkt.
Als wichtigsten möglichen Kurstreiber sieht Laskawi allerdings den erwarteten Arminius-Auftrag. Arminius ist der Projektname für eine geplante Großbeschaffung der Bundeswehr. Dabei sollen verschiedene Varianten des gepanzerten Radfahrzeugs Boxer beschafft werden, das Rheinmetall und KNDS Deutschland gemeinsam produzieren. Die Zustimmung des Haushaltsausschusses könnte Anfang Dezember erfolgen. Bis dahin bleibt der Auftrag jedoch eine Erwartung und ist noch nicht beschlossen.
Laskawi bekräftigt seine Kaufempfehlung für die Rheinmetall-Aktie und nennt ein Kursziel von 1.800 Euro. Das entspricht derzeit rechnerisch einem Aufwärtspotenzial von knapp 90 Prozent.