Bei den Verbraucherzentralen haben sich die Kundenbeschwerden über den Online-Broker zuletzt verdoppelt. Trade-Republic-Mitgründer Christian Hecker gelobt Besserung – und verspricht „100 Prozent menschlichen Kontakt“.

„In den nächsten zwölf Monaten wollen wir den besten Kundenservice aller Banken in Europa betreiben“, sagte Hecker anlässlich der Vorstellung einer neuen Service-Initiative. Der Online-Broker will seine Kundenbetreuung auf eine völlig neue Grundlage stellen und investiert dafür einen zweistelligen Millionenbetrag.

Allen Nutzern stehe nun eine persönliche Betreuung rund um die Uhr, sieben Tage die Woche und kostenlos über die App zur Verfügung. Per Telefon oder Live-Chat könne der Service erreicht oder ein Rückruf angefordert werden. Mehr als 1000 „echte“ Service-Agenten stünden bereit, um Kunden in acht Sprachen zu helfen. „Unser Kundenservice wurde von Grund auf neu entwickelt“, erläuterte Hecker. „Es gibt 100 Prozent menschlichen Kontakt.“

Das rasante Wachstum des Online-Brokers, der inzwischen europaweit mehr als zehn Millionen Kunden hat und mehr als 150 Milliarden Euro Kundenvermögen verwaltet, ging klar zu Lasten des Service. Zwar stieg die Finanzplattform mit einer Bewertung von 12,5 Milliarden Euro zum wertvollsten deutschen Startup auf. Bei den Verbraucherzentralen verdoppelten sich im vergangenen Jahr jedoch die Beschwerden.

Dazu zählen vor allem schwer erreichbarer Kundenservice, aber auch Probleme beim Depotübertrag. „Einen Kundenservice gibt es nicht, weder per Post, per E-Mail noch per Telefon. Anfragen jedweder Art werden komplett ignoriert“, ärgerten sich viele Benutzer, die mit KI-generierten Antworten offenbar nichts anfangen konnten.

Fazit

Während sich bei traditionellen Banken immer mehr Sprachcomputer und KI-Chatbots breitmachen, schlägt ausgerechnet die Digitalbank Trade Republic den entgegengesetzten Weg ein und setzt auf Homo Sapiens im Service. Ein zumindest bemerkenswertes Signal.  

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