Die Investmentbank Barclays hält die Commerzbank-Aktie jetzt für das klar bessere Investment im Vergleich zur Deutsche-Bank-Aktie. Unterdessen feuert Unicredit im Übernahmekampf eine rhetorische Breitseite auf die Commerzbank ab.

Die britische Investmentbank Barclays hat das Kursziel für die Deutsche Bank von 39 auf 32 Euro gesenkt und die Aktien von „Kaufen“ auf „Halten“ abgestuft. Barclays-Analystin Flora Bocahut zieht unter den deutschen Geldhäusern nun die Commerzbank gegenüber der Deutschen Bank vor. Das geht aus einer am Montag vorgelegten Branchenanalyse hervor. 

Zur Begründung erläuterte Bocahut, das Verhältnis zwischen Chancen und Risiken habe sich bei der Commerzbank gebessert, während sich gleichzeitig bei der Deutschen positive Impulse verzögerten. Insbesondere zeichne sich die Erholung der deutschen Konjunktur angesichts der geopolitischen Turbulenzen frühestens im Jahr 2027 ab.

Sogar die Analysten der Deutschen Bank sehen die Aktien der Commerzbank im Aufwind. Sie haben das Kursziel für den Frankfurter Lokalrivalen jetzt von 38 auf 40 Euro angehoben und ihre Kaufempfehlung für die Commerzbank-Aktie bestätigt. Man sei optimistisch für den Quartalsbericht, der am 8. Mai vorgelegt wird, und rechne mit höheren Gewinnzielen der Bank.

Die Commerzbank hatte höhere Gewinnziele sowie Strategie-updates bei der Zahlenvorlage am 8. Mai bereits in Aussicht gestellt. Vorstandschefin Bettina Orlopp hatte sich unterdessen nach Gesprächen mit der Unicredit-Führung weiterhin skeptisch zu einer möglichen Übernahme durch die Italiener geäußert. Dabei bezog sie sich erstmals auf große Differenzen über Fragen der Bewertung der beiden Institute. „Unsere Meinungen gehen stark auseinander, beginnend mit der Bewertung der beiden Unternehmen und dem Umtauschverhältnis“, sagte sie am Freitag gegenüber dem Finanznachrichtendienst Bloomberg. 

Fazit

Die italienische Großbank Unicredit ließ das nicht auf sich sitzen - und feuerte am Montag als Reaktion auf die Orlopp-Äußerungen eine regelrechte Breitseite auf die Commerzbank ab. Die Frankfurter schrieben eine "Geschichte operativer Underperformance" und seien gemessen an ihren Fundamentaldaten überbewertet, kritisierten die Italiener. "Unicredit ist als bedeutender Aktionär der Ansicht, dass die Commerzbank auf zukünftige Herausforderungen unzureichend vorbereitet ist und sich zu sehr auf kurzfristigen Erfolg konzentriert", teilte das italienische Geldhaus laut Nachrichtenagentur dpa-afx mit. So sollte sich die Commerzbank auf ihre Aktivitäten in Deutschland und Polen konzentrieren und ihre sonstigen internationalen Aktivitäten zurückfahren. Diese Aktivitäten seien "überdimensioniert, fragmentiert, risikoreich, operativ komplex und ineffizient".

Commerzbank (WKN: CBK100)

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.