Fed und EZB tagen in dieser Woche. Während bei der Fed Zinssenkungs-Hoffnungen schwinden, preist der Markt bei der EZB bereits Zinsanhebungen ein. Warum Ölpreisschock, Inflation und neue Zinsängste gerade Bankaktien besonders treffen. 

Bei der US-Notenbank Fed findet die Sitzung am Mittwoch (18.3.) statt, bei der EZB einen Tag später. Es dürfte spannend werden. Denn angesichts der neuen geopolitischen Lage - Iran-Krieg, Ölpreisschock, neue Inflationsrisiken – geraten auch die Notenbanker unter Druck.

In den jüngsten Inflationsdaten zeigt sich das noch nicht. Zuletzt hat sich die US-Inflationsrate bei 2,4 Prozent stabilisiert. In der EU lag sie zuletzt mit 1,9 Prozent sogar unter dem Inflationsziel der EZB. Doch der Ölpreisschock und die steigenden Benzinpreise sorgen für kräftigen Inflationsdruck. Marktteilnehmer sprechen bereits von „Warflation“ - ein Kombiwort aus War (Krieg) und Inflation.

In den USA könnte das den designierten Fed-Chef Kevin Warsh in eine Zwickmühle bringen. Denn Warsh sollte eigentlich die von US-Präsident Trump geforderten Zinssenkungen liefern. Die Fed hatte im vergangenen Jahr dreimal die Zinsen gesenkt, aber seit Herbst die Leitzinsen in der Spanne 3,5 bis 3,75 Prozent konstant gehalten. Bis zum Sommer sollte der nächste Senkungsschritt kommen. Mit maximal einem wird in diesem Jahr derzeit am Markt noch gerechnet. Doch angesichts der sich zuspitzenden Lage schwinden die Zinssenkungshoffnungen, auch wenn laut Terminbörse CME für 2026 noch niemand von Zinsanhebungen ausgeht.

Noch schwieriger ist die Lage bei der EZB. Der Einlagensatz könnte zwar bei 2,0 Prozent bleiben. Aber EZB-Chefin Christine Lagarde hat bereits deutlich gemacht, dass sich der Inflationsanstieg der Jahre 2022 und 2023 als Folge des Russland-Ukraine-Kriegs nicht wiederholen wird. Zinserhöhungen werden immer wahrscheinlicher - und laut Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer preist der Markt sie inzwischen auf breiter Front ein. EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir stellte wegen der Kriegsfolgen rasches Handeln der Notenbanker in Aussicht. „Eine Reaktion der EZB ist möglicherweise näher als viele denken“, sagte Kazimir am Mittwoch gegenüber „Bloomberg“.

Das RWI-Leibniz-Institut geht bei längerer Kriegsdauer bereits von einem Anstieg der Inflation in Deutschland auf bis zu sechs Prozent aus. Sollte der Krieg bis Monatsende beendet sein, werde die Inflationsrate bis zum Sommer auf drei und im Gesamtjahr auf 2,6 Prozent steigen, sagte RWI-Chef Torsten Schmidt der „Rheinischen Post“.

Fazit

Banken geraten in diesem Umfeld die Bredouille, obwohl sie in einem stabilen Umfeld eigentlich von höheren Zinsen profitieren. Doch die verhängnisvolle Kombination aus Inflation und neuen Konjunktursorgen könnte gerade Institute mit umfangreichem Unternehmenskundengeschäft wie Commerzbank und Deutsche Bank hart treffen. Die Kreditnachfrage sinkt, die Finanzierungskosten steigen, und die Bewertung des Kreditportfolios verschlechtert sich. Kein Wunder, dass der Bankensektor seit Kriegsausbruch zeitweise die stärksten Kursverluste an der Börse verkraften muss. Historisch gezeigt hat sich eine derartige Underperformance bei Bankaktien beispielsweise bei den großen Öl- und Energie-Schocks der Jahre 1973, 1990 und 2022.  


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