Die Deutsche Bank hat mit einem Rekord-Nachsteuergewinn von 2,2 Milliarden Euro die Erwartungen deutlich übertroffen. Die Aktie reagierte allerdings mit Kursverlusten bis zu drei Prozent. Analysten zeigten sich vor allem über zwei wichtige Kennziffern enttäuscht.
Die Deutsche Bank ist mit einem überraschend kräftigen Gewinnsprung ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal legte der Vorsteuergewinn um sieben Prozent auf 3,0 Milliarden Euro zu. Nach Steuern kletterte der Gewinn um acht Prozent auf den Rekordwert von 2,2 Milliarden Euro. Gleichwohl zeigen sich in den Zahlen einige Bremsspuren.
„Der Rekordgewinn ist ein guter Start in die nächste Phase unserer Strategie“, kommentierte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing das Ergebnis. „Wir wachsen in den Bereichen, auf die wir uns konzentrieren wollen, und haben Investitionen aus operativen Effizienzgewinnen finanziert.“
Im Detail sorgten auch einige weitere Kennzahlen bei Analysten für positive Überraschungen. So kletterte die Nachsteuerrendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) im ersten Quartal auf 12,7 (Vorjahreswert: 11,9) Prozent und damit stärker als von Analysten erwartet. Auch bei der Cost-Income-Ratio, einer wichtigen Kennziffer für die Kosteneffizienz einer Bank, lag der Wert mit 58,9 (Vorjahr: 61,2) Prozent über den Erwartungen der Analysten, die sogar mit einem leichten Anstieg gerechnet hatten.
In den einzelnen Geschäftsbereichen fielen die Ergebnisse in der Privatkunden- und Unternehmensbank besser aus als erwartet. Bremsspuren gab es dagegen im Investmentbanking und der Vermögensverwaltung.
Die Bank sieht unterdessen ihr gesamtes Kreditportfolio robust aufgestellt und rechnet 2026 mit insgesamt sinkender Risikovorsorge. Die harte Kernkapitalquote (CET1) bezifferte sie auf 13,8 Prozent. Damit liege sie innerhalb der eigenen Zielspanne von 13,5 bis 14,0 Prozent. Die kanadische Bank RBC kritisierte in einer ersten Reaktion die Entwicklung der Risikovorsorge ebenso wie die Höhe der Kernkapitalquote.
Fazit
Die Deutsche Bank kann trotz der Rekordergebnisse im ersten Quartal mit ihren Zahlen an der Börse nicht punkten. Die Börse reagierte negativ auf den Zwischenbericht. Die Deutsche-Bank-Aktie verlor am Donnerstag bis zu drei Prozent. Analysten zeigten sich insbesondere von der harten Kernkapitalquote (CET1) von 13,8 Prozent enttäuscht. Auch die Kreditrisikovorsorge könne noch zum Problem werden, hieß es. So hatte die Bank ihre Rückstellungen für Kreditrisiken auf 519 Millionen Euro erhöht. Die Eigenkapitalquote wiederum ist zwar ausreichend, bietet aber gerade vor dem Hintergrund zunehmender Risiken wenig Sicherheitspuffer. Auch im Branchenvergleich ist sie eher niedrig.