Eine Summe in Höhe von zehn Millionen Dollar (rund 9,2 Millionen Euro) überweist der amerikanische Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb dem Hamburger Biotechunternehmen. Es handelt sich um eine Meilensteinzahlung für den gemeinsamen Fortschritt in der Krebsforschung. An der Börse kommt das jedoch nicht an. Die Evotec-Aktie gab im Gefolge der Nachricht um fast drei Prozent nach.

Auslöser der Zahlung ist der Start einer Phase-1-Studie mit einem gemeinsam entwickelten Krebswirkstoff. Das Mittel gehört zur innovativen Klasse der sogenannten Molecular Glue Degrader.

Diese Substanzen sollen gezielt krankheitsverursachende Proteine im Körper abbauen. Da der Wirkstoff dabei selbst nicht verbraucht wird, kann er den Prozess immer wieder auslösen. Die Wirkung hält also länger an als bei herkömmlichen Medikamenten. Im Fokus steht das klarzellige Nierenzellkarzinom, die häufigste Form von Nierenkrebs.

Cord Dohrmann, Chief Scientific Officer von Evotec, kommentierte laut Mitteilung: „Molecular Glues haben das Potenzial, großen ungedeckten medizinischen Bedarf zu adressieren – nicht nur in der Onkologie, sondern weit darüber hinaus. Sie können krankheitsverursachende Proteine angreifen, die bislang als nicht behandelbar galten, und so zukünftige Behandlungsstandards neu definieren.“

Die Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen besteht bereits seit 2018 und wurde 2022 noch einmal vertieft.

Börsianer verarbeiten derweil noch die Nachwirkungen des jüngsten Strategie-Updates. Das Unternehmen steckt tief im Umbau und plant umfassende Sparmaßnahmen, inklusive Standortschließungen und Jobabbau. Und auch der Ausblick auf 2026 enttäuschte die Börse.

Langfristig peilt der Konzern bis 2030 die Umsatzmilliarde an. Bei der Deutschen Bank hat man indes Zweifel: Das Institut bestätigte zwar die Einstufung „Hold“ für das TecDAX-Papier, reduzierte aber das Kursziel von 6 auf 4,50 Euro.

Evotec (WKN: 566480)

Fazit

Die Börse hat Evotec hart abgestraft. Nach ­einem zweistelligen Kursrutsch als Reaktion auf den schwachen Ausblick notiert das Evotec-Papier immer noch unter der Marke von fünf Euro und nahe mehrjähriger Tiefs. Das Vertrauen der Anleger ist noch nicht wiederhergestellt. Ein Einstieg bei dem charttechnisch angeschlagenen Papier drängt sich weiterhin nicht auf.