Spezialverpackungen für Medikamente sind die Spezialität von Gerresheimer. Unter anderem stellen die Rheinländer Spritzen und Pens für die seit geraumer Zeit höchst beliebten Abnehmen-Präparate her. Hier ist die Nachfrage enorm – anders sieht es bei Ampullen und Glasfläschchen aus. 

Insgesamt verliefen die ersten drei Monate zufriedenstellend: Der Umsatz kletterte organisch um 2,8 Prozent auf 466,1 Millionen Euro und das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) um 5,9 Prozent auf 80,9 Millionen. Die Ziele fürs Gesamtjahr wurden bestätigt, dennoch reagierte die MDAX-Aktie reagierte zunächst mit Verlusten.

Gerresheimer erreichte im ersten Quartal eine Ebitda-Margenverbesserung von 17,0 auf 17,4 Prozent. Nach Steuern erzielte das Unternehmen ein bereinigtes Konzernergebnis in Höhe von 23 Millionen Euro, verglichen mit 23,7 Millionen vor einem Jahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank von 0,71 Euro auf 0,65 Euro.

Spritzen gefragt, Ampullen weniger

Während das Geschäft im Segment Plastics & Devices mit einem organischen Umsatzplus von 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal boomte, schwächelte der Bereich Primary Packaging Glass (PPG) mit einem Rückgang des organischen Umsatzes um 7,2 Prozent. 

Das war allerdings keine große Überraschung. Denn die Kunden aus der Pharmabranche brauchen erst einmal ihre Vorräte auf, die sie sich während der Corona-Pandemie auf Lager gelegt hatten.

Ausblick bestätigt

Das Management arbeitet weiter daran, die Produktionskapazitäten unter anderem für Spritzen, Pens und Autoinjektoren auszubauen. „In den nächsten Monaten laufen wie geplant weitere neue Linien für langjährige Großaufträge an", kommentierte Konzernchef Dietmar Siemssen. Das werde sich positiv auf die Wachstumsdynamik auswirken. 

„Wir sind voll auf Kurs und bestätigen deshalb unsere Prognose für das Gesamtjahr“, so der Konzernlenker weiter. Demnach will Gerresheimer den Umsatz um fünf bis zehn Prozent steigern und ein bereinigtes Ebitda von 430 bis 450 Millionen Euro erzielen. Auch darüber hinaus hat sich das Unternehmen profitables Wachstum vorgenommen. Die Zahlen fielen nach Einschätzung von JPMorgan im Rahmen der Erwartungen aus. Die US-Bank stuft den Titel unverändert mit „overweight“ und einem Kursziel von 123,20 Euro ein, was aktuell einem Potenzial von rund 16 Prozent entspricht.

Gerresheimer (WKN: A0LD6E)

Fazit

Aktuell stagniert der Titel. Nach dem soliden Jahresauftakt hoffen Investoren, dass das Wachstum in den nächsten Monaten anzieht und auch der Kurs wieder Fahrt aufnimmt.