Goldman Sachs streicht die Kaufempfehlung für zwei Medizintechnik-Spezialisten und schlägt damit Anleger in die Flucht: um fünf Prozent rauscht der MDAX-Wert Carl Zeiss Meditec in der Früh in die Tiefe und stürzt auf das niedrigste Niveau seit fünf Jahren. Im DAX geht es mit Fresenius Medical Care abwärts.
Die US‑Investmentbank stuft Carl Zeiss Meditec mit Schwerpunkt Augenheilkunde und Mikrochirurgie nun nur noch mit Neutral ein und senkte das Kursziel deutlich von 54 auf 42 Euro. Gegenüber dem Hoch von 71 Euro aus dem Frühjahr 2025 hat das Papier des Jenaer Medizintechnik-Spezialisten rund 50 Prozent an Wert eingebüßt.
Goldman Sachs sieht derweil neue Herausforderungen: Probleme bei volumenbasierten Ausschreibungen, Währungsbelastungen sowie Schwierigkeiten mit Intraokularlinsen in China dürften das Geschäft von Carl Zeiss Meditec belasten.
Das US-Investmenthaus kappte die Prognosen für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für die Geschäftsjahre 2026 bis 2028 um rund zwei Prozent.
Für das erste Quartal erwartet die Bank nur ein stagnierendes organisches Umsatzwachstum, während der Analystenkonsens mit einem Plus rechnet.
Goldman Sachs sorgt nicht nur bei Carl Zeiss Meditec für Ernüchterung. Auch der Dialysespezialist Fresenius Medical Care wurde von Buy auf Neutral herabgestuft, das Kursziel senkten die Experten von 55 auf 40 Euro.
Im Geschäftsjahr 2026 befürchten die Analysten unter anderem einen geringeren Anstieg der Behandlungszahlen als bislang angenommen sowie höhere Kosten.
Die operativen Ergebnisschätzungen für 2026 und 2027 reduzierte das US-Haus um zwei bis fünf Prozent. Zwischenzeitlich rutschte der DAX-Wert auf das niedrigste Niveau seit Herbst 2024, bevor er sich wieder etwas fangen konnte.
Fazit
Währungsbelastungen, regulatorischer Druck vor allem in China und Zollstreitigkeiten haben der Branche im vergangenen Jahr schwer zugesetzt. Wer angesichts der historisch günstigen Bewertungen auf Schnäppchenjagd gehen will, braucht starke Nerven.