Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG) hat am Freitag ein erfolgreiches Börsendebüt gefeiert. Die zu 25 Euro ausgegebenen Aktien kletterten auf bis zu 33 Euro. Mit einen Börsenwert von über 30 Milliarden Euro erreichte CSG eine doppelt so hohe Bewertung wie die deutschen Rüstungskonzerne Renk und Hensoldt zusammen. 

Der erfolgreiche Börsengang trieb zudem Rüstungswerte in ganz Europa an. Der Munitionshersteller aus Prag hatte das Bookbuilding am Dienstag gestartet. Der zugespitzte Streit um Grönland und die labile geopolitische Situation sind wohl der Grund, warum die Emission im Eiltempo durchgezogen wird. Die Bücher wurden am Donnerstag geschlossen, die Emission war mehrfach überzeichnet.

Die Zeichnungsfrist war auf nur drei Tage bis Donnerstag, 22.1. begrenzt. Durch die Platzierung von bis zu 15 Prozent der Anteile sollen rund 3,8 Milliarden Euro eingenommen werden. Der Ausgabepreis beträgt 25 Euro je Aktie.

Die in den vergangenen Jahren auch durch Übernahmen stark gewachsene CSG ist heute einer der weltweit größten Munitionshersteller mit rund sieben Milliarden Euro Jahresumsatz und einer operativen Marge von 25 Prozent. Von fast 40 Produktionsstandorten in Europa, USA und Asien werden weltweit 70 Länder beliefert. Rund ein Viertel der Umsätze des Jahres 2025 sollen aus der Ukraine stammen. Der Munitionshersteller ist auch am bayerischen Spezialchemiekonzern Alzchem beteiligt, der unter anderem Vorprodukte für Munition herstellt.

Der 33jährige Milliardär Michal Strnad ist Vorstandschef, Chairman und Eigentümer der CSG. Die Ursprünge des Unternehmens gehen auf ein Geschäft von Strnads Vater zurückging, der in den 1990er Jahren einen Handel mit altem Militärgerät aus Sowjetbeständen aufgebaut hatte. CSG war vor allem seit 2020 durch Übernahmen in Spanien, Italien und USA stark gewachsen.

CSG profitiert von der hohen Nachfrage nach Rüstungsgütern seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine und wachsender globaler Spannungen. Insidern zufolge sollen die Orderbücher bereits jetzt überzeichnet sein. 

Fazit

Mit CSG zeichnet sich bereits im Januar einer der größten europäischen Börsengänge des Jahres ab. Das IPO dient auch als Test für die aktuelle Marktstimmung. Gelingt das Debüt, stehen gleich mehrere Folgekandidaten in den Startlöchern. So strebt der Panzerkonzern KNDS noch in diesem Jahr ein IPO in Frankfurt und Paris mit 20 Milliarden Euro Börsenwert an. Das kleinere Hamburger Rüstungsunternehmen Vincorion wiederum plant ein IPO in Frankfurt mit 1,5 Milliarden Euro Bewertung.


Alzchem Group (WKN: A2YNT3)