Das norwegische Wasserstoff-Unternehmen Nel Asa bekommt einen Millionenauftrag für das US-Militär.
Nel Hydrogen US, die US-Tochter des norwegischen Wasserstoffunternehmens Nel ASA, fasst zunehmend im Verteidigungsbereich Fuß. Das Unternehmen hat von Collins Aerospace einen Auftrag über PEM-Elektrolyseurmodule erhalten, die an Bord von US-U-Booten Sauerstoff für die Lebenserhaltungssysteme erzeugen. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 12 Millionen US-Dollar. Zwar produziert Nel keine Waffen, doch die Technologie kommt in einem sicherheitskritischen militärischen Umfeld zum Einsatz. Die Nel Asa-Aktie quittiert den Neuauftrag mit deutlichen Kursgewinnen.
Für Nel ist die Bestellung mehr als nur ein weiterer Einzelauftrag. Sie zeigt, dass die Technologie des Unternehmens auch im Verteidigungsbereich gefragt ist. Dort kommt es vor allem auf zuverlässige Systeme, eine lange Lebensdauer und einen störungsfreien Betrieb an. Gerade bei U-Booten kann ein Ausfall der Sauerstoffversorgung gravierende Folgen haben.
„Wir freuen uns über einen weiteren Auftrag von Collins Aerospace“, sagte Todd Cartwright, Chief Commercial Officer von Nel. Die Bestellung setze eine langjährige Zusammenarbeit fort, die auf einer zuverlässigen Sauerstofferzeugung für anspruchsvolle Anwendungen in U-Booten beruhe. Das Team im Werk Wallingford beliefere diesen speziellen Markt bereits seit vielen Jahren. Der neue Auftrag bestätige daher sowohl die Bedeutung der PEM-Technologie als auch die Fertigungskompetenz von Nel, erklärte Cartwright. Die Auslieferungen sollen im Laufe der Jahre 2027 und 2028 erfolgen. Produziert werden die Elektrolyseurmodule im Nel-Werk in Wallingford im US-Bundesstaat Connecticut.
Collins Aerospace ist ein weltweit tätiger US-amerikanischer Luftfahrt- und Rüstungskonzern sowie eine Tochtergesellschaft des Technologiekonzerns RTX, der unter anderem Flugzeugausrüstung, Raumfahrtsysteme und sicherheitskritische Lösungen für militärische Anwendungen entwickelt.
Fazit
Für Nel ist die Zusammenarbeit mit Collins Aerospace ein wichtiger Referenzpunkt. In Bereichen, in denen ein Systemausfall keine Option ist, zählt das Vertrauen der Kunden besonders viel. Der Auftrag unterstreicht damit Nels Anspruch, ein verlässlicher Partner für kritische Lebenserhaltungssysteme zu sein und stärkt die Position der Norweger in der Rüstungsindustrie. Für die gebeutelte Aktie ist der Auftrag allein jedoch noch kein echter Befreiungsschlag: Entscheidend bleibt, ob Nel seinen wachsenden Auftragsbestand in steigende Umsätze, bessere Margen und letztlich Gewinne umwandeln kann.