Die Aktie des Zahlungsdienstleisters PayPal legt kräftig zu, nachdem Gerüchte um eine Übernahme aufploppen

Nach einem massiven Kursverfall steht der Zahlungsdienstleister PayPal offenbar im Fokus potenzieller Käufer. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, habe das Unternehmen angesichts unaufgeforderter Interessensbekundungen Gespräche mit Banken aufgenommen. Die Aktie reagierte deutlich und legte zeitweise um bis zu zehn Prozent zu. Dem Bericht zufolge prüft mindestens ein großer Wettbewerber eine vollständige Übernahme des im kalifornischen San Jose ansässigen Zahlungsdienstleisters. Andere Interessenten sollen hingegen lediglich an einzelnen Geschäftsbereichen interessiert sein. Das Interesse befinde sich jedoch noch in einem frühen Stadium, und es sei keineswegs sicher, dass es tatsächlich zu einer Transaktion komme. Ein Sprecher von PayPal wollte die Informationen gegenüber Bloomberg nicht kommentieren.

PayPal wurde Ende der 1990er-Jahre gegründet und zählt zu den Pionieren des digitalen Zahlungsverkehrs. Das Unternehmen war maßgeblich daran beteiligt, Online-Zahlungen massentauglich zu machen und entwickelte sich zu einem der weltweit führenden Anbieter im Bereich digitaler Transaktionen. In den vergangenen Jahren geriet das Geschäft jedoch zunehmend unter Druck. Kunden weichen verstärkt auf alternative Zahlungsdienste und neue Fintech-Anbieter aus, während der Wettbewerb durch Anbieter wie Apple Pay oder Block zugenommen hat. Zuletzt hatten auch die Geschäftszahlen enttäuscht: Gewinn und Umsatz im vierten Quartal blieben unter den Analystenerwartungen, was den Kurs zusätzlich belastete. Der Marktwert des Unternehmens ist seit seinem Hoch deutlich zurückgegangen.


Gleichzeitig verweisen einige Analysten auf das langfristige Potenzial des Konzerns. Experten von Mizuho Securities bezeichneten PayPal als „stark unterbewertet“, insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich um eines von weltweit nur wenigen breit anerkannten Zahlungsnetzwerken handelt. Das jährliche Transaktionsvolumen liegt bei nahezu zwei Billionen US-Dollar – ein Indikator für die weiterhin enorme Reichweite der Plattform.

Fazit

Die PayPal-Aktie bietet derzeit ein zweigeteiltes Bild: Einerseits sorgt das von Bloomberg berichtete Übernahmeinteresse für Fantasie und kann kurzfristig deutliche Kursimpulse liefern. Nach dem massiven Kursrückgang wirkt die Bewertung zudem moderat bewertet, und einzelne Analysten sehen das Unternehmen als unterbewertet an. Andererseits bleiben die operativen Herausforderungen bestehen – zuletzt enttäuschten die Quartalszahlen, und der Wettbewerbsdruck im Zahlungsverkehr nimmt weiter zu. Solange keine klare nachhaltige Trendwende bei Wachstum und Profitabilität erkennbar ist, bleibt PayPal eher ein spekulativer Turnaround-Wert mit erhöhtem Risiko als ein defensives Investment.