Die tschechische Industrieholding CSG hat ihre Beteiligung an der Spezialchemiefirma Alzchem auf rund 20 Prozent erhöht. Die Alzchem-Aktie legt deutlich zu. Spekulationen auf weitergehendes Interesse.

Die Czechoslovak Group (CSG) hat ihre Beteiligung an der Alzchem Group weiter aufgestockt. Laut einer Unternehmensmitteilung hält die tschechische Industrieholding über ihre Tochtergesellschaft Staluna Trade derzeit knapp 9,9 Prozent der Stimmrechte.

Zusätzlich habe die CSG Finanzinstrumente aufgebaut (Total Return Swaps), die sich auf weitere rund 10,2 Prozent der Stimmrechte bezögen. Damit habe die CSG ihre aggregierte Position auf rund 20,1 Prozent ausgebaut. „Insgesamt ergibt sich somit eine aggregierte Position von rund 20,1 Prozent“, teilte Alzchem mit. "Bei den gemeldeten Finanzinstrumenten handelt es sich um Total Return Swaps mit Barausgleich, die keine direkten Stimmrechte vermitteln und eine Laufzeit bis Mai 2027 aufweisen", heißt es weiter.


„CSG hat gegenüber der Gesellschaft ihre Rolle als langfristig orientierter Investor bestätigt“, heißt es in der Meldung weiter. „Die Alzchem Group steht in kontinuierlichem Dialog mit ihrem gesamten Aktionariat und wird diesen auch künftig in gewohnter Weise fortsetzen.“ Unternehmensstrategie und operative Ausrichtung der Gesellschaft blieben unverändert, ebenso die Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand von Alzchem.

Die Alzchem-Aktie legte am Dienstag Vormittag deutlich zu und lag bis zu sechs Prozent im Plus. Im Wochenvergleich ergibt sich ein Zuwachs von 20 Prozent. In den vergangenen drei Jahren hat die Alzchem-Aktie fast 1000 Prozent zugelegt. Alzchem produziert unter anderem Kreatin-Produkte als Nahrungsergänzungsmittel für Sportler und den Sprengstoff Nitroguanidin für die Rüstungsindustrie. CSG ist einer der größten Rüstungskonzerne und Munitionshersteller Europas, die Aktie ist seit Januar in Amsterdam notiert.

Fazit

Das Vorgehen erinnert an die Übernahmeprozedur der italienischen Großbank Unicredit bei der Commerzbank. Unicredit hält mittlerweile knapp 30 Prozent an der Commerzbank und über Finanzinstrumente (Swaps) weitere elf Prozent. Allerdings hat Unicredit das Ziel einer Übernahme der Commerzbank klar kommuniziert. CSG dagegen hat seine Rolle bei Alzchem bislang lediglich als „langfristig orientierter Investor“ beschrieben, was aber weitergehende Ziele nicht ausschließt. Ein Anteil von über 20 Prozent wird am Markt häufig als Signal gewertet, dass ein Investor langfristig größeren Einfluss anstrebt. Aber erst beim Überschreiten von 30 Prozent der Stimmrechte wird grundsätzlich eine Pflicht zur Abgabe eines Übernahmeangebots ausgelöst