Am Mittwoch wird es spannend für ASML-Anleger: Dann präsentiert das niederländische Tech-Unternehmen die Zahlen für das erste Quartal. Die Erwartungen sind hoch, schließlich hat der der Weltmarktführer für so genannte Lithografie-Systeme ein glänzendes Jahr 2025 hinter sich. Was Analysten sagen, worauf es nun ankommt

Für das Startquartal prognostizieren Experten ASML im Schnitt einen Umsatzanstieg von knapp zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie einen Gewinn je Aktie von über 6,60 Euro, was ein solides Plus gegenüber den 6 Euro des Vorjahres wäre.

Die Schweizer Großbank UBS bestätigte im Vorfeld der Zahlen noch einmal ihre Kaufempfehlung sowie das Kursziel von 1500 Euro. Analysten des Finanzinstituts erwarten, dass ASML die Wachstumsziele für 2026 anheben dürfte.

Auch bei der US-Bank JPMorgan herrscht Optimismus: Die Experten sehen den Euro-Stoxx-50-Titel als Kauf und nennen als Kursziel sogar 1515 Euro. ASML werde keine konkreten vierteljährlichen Auftragszahlen mehr kommunizieren. Umso wichtiger seien Signale, die der Spezialmaschinen-Hersteller zur Nachfrage seiner Kunden senden, hieß es.

Neben den Geschäftszahlen schaut die Börse auch auf das politische Umfeld. In den USA liegt seit vergangener Woche mit dem sogenannten MATCH Act (Multilateral Alignment of Technology Controls on Hardware) ein Gesetzesentwurf vor, der Exportkontrollen für Halbleitertechnik verschärfen soll. Ausdrücklich betroffen wären davon so genannte DUV‑Systeme (Deep Ultraviolet), diese Technologie ist eine Spezialität von ASML. Diese Maschinen sind für die Produktion vieler Halbleiter essentiell.

Ein vollständiges Export‑ und Serviceverbot nach China könnte laut Schätzungen bis zu 15 Prozent der ASML‑Erlöse treffen. Das Reich der Mitte steht für knapp ein Drittel des Umsatzes der Niederländer. Ob das Gesetz tatsächlich kommt, ist offen. Sollte es verabschiedet werden, könnte das Ergebnis je ASML-Aktie im Jahr 2026 um fünf bis zehn Prozent sinken, erwartet die UBS, betont aber die Unsicherheit des politischen Prozesses.

ASML (WKN: A1J4U4)

Fazit

ASML ist technologisch nahezu konkurrenzlos, was die Aktie trotz aller geopolitischen Unsicherheiten für viele Anleger attraktiv macht. Entscheidend dürfte für Investoren sein, welche Erwartungen Vorstandschef Christophe Fouquet für den weiteren Jahresverlauf formuliert. Zwar korrigierte der Titel vor dem Hintergrund der Unsicherheiten etwas, dennoch bleibt ein Plus von rund 35 Prozent seit Jahresbeginn.

Enthält Material von dpa-AFX