Die Aktie von Delivery Hero startet schwach in die Woche und knüpft damit an den Abwärtstrend der letzten Wochen an. Die Eskalation im Nahen Osten belastet den Plattform-Anbieter zur Vermittlung von Essenslieferungen. Denn die Berliner sind über die Tochter Talabat in der Region stark präsent. Das Papier gehört zu den schwächsten Werten im MDAX.

Seit Jahresanfang hat die Delivery-Hero-Aktie fast 20 Prozent an Wert verloren. Ende Januar hatte das Papier eine kleine Erholung verzeichnet, nachdem sich ein Analyst positiv zu dem Titel geäußert hatte. Doch inzwischen hat sich das Bild deutlich eingetrübt. 

Anleger befürchten, dass der neue Iran-Krieg die Nachfrage nach Essenslieferungen in der Golf-Region bremsen und das Investoreninteresse beeinträchtigen könnte. Talabat ist in mehreren Märkten der Region aktiv, darunter Irak, Katar, Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Zusätzlich belastet, dass Talabat in Dubai börsennotiert ist. Dort hatte es Drohnenangriffe gegeben, die Börse bleibt heute geschlossen. Investoren fragen sich, ob kurzfristige Unterbrechungen bei Logistik, Handel oder Zahlungsströmen drohen.

Auch unabhängig vom Geschehen im Nahen Osten fällt die Delivery-Hero-Aktie seit Wochen mit starken Schwankungen auf. Nach den Zahlen Ende Februar urteilten Analysten, das Schlussquartal sei solide, aber nicht durchweg überzeugend ausgefallen. Der Umsatz blieb stellenweise hinter den Erwartungen zurück, während der freie Finanzmittelfluss positiv überraschte und das Asien-Geschäft wieder Wachstum zeigte.

Kritisch wurde außerdem gesehen, dass das Unternehmen noch keinen konkreten Ausblick geliefert hat. Diesen dürfte das Management erst mit dem Geschäftsbericht Ende März liefern.

Für 2025 weist Delivery Hero nach vorläufigen Angaben einen deutlichen Ergebnissprung aus. Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda stieg auf über 900 Millionen Euro nach 692,5 Millionen Euro im Vorjahr.

Der Bruttowarenwert erhöhte sich leicht auf knapp 49,2 Milliarden Euro, und der um Gutscheine bereinigte Gesamtumsatz kletterte auf 14,8 Milliarden Euro. Der freie Barmittelfluss lag bei über 200 Millionen Euro.

Im Schlussquartal war allerdings der Bruttowarenwert gesunken. Er erreichte 12,4 Milliarden Euro und verfehlte die Analystenerwartungen. 

Delivery Hero (WKN: A2E4K4)

Fazit

Bei Delivery Hero drängt sich nach wie vor ein Einstieg nicht auf.

Enthält Material von dpa-AFX