Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG) hat seine Beteiligung am deutschen Spezialchemiekonzern Alzchem auf knapp 25 Prozent aufgestockt. Das Vorgehen erinnert an das Anschleichen von Unicredit bei der Commerzbank.

Die Alzchem-Aktie ist seit ihrem Jahreshoch bei 210,40 Euro Anfang Juni auf Konsolidierungskurs und rutschte Anfang August zeitweise auf unter 155 Euro ab. Der tschechische Großaktionär CSG hat unterdessen in den vergangenen Tagen sein Engagement bei Alzchem ausgeweitet. 

Laut CSG-Mitteilung von Montag hat CSG seine Beteiligung in Form von Derivaten (Total Return Swaps) von 9,9 Prozent auf 15 Prozent ausgebaut. Direkt in Form von Aktien hält CSG weiterhin 9,9 Prozent an der deutschen Chemiefirma aus dem oberbayerischen Trostberg im Landkreis Traunstein. Damit liegt die direkte und indirekte Beteiligung mittlerweile bei knapp 25 Prozent.

In Finanzkreisen werden inzwischen klare Parallelen zum Vorgehen von Unicredit bei der Übernahme der Commerzbank gezogen. Nicht nur der Einsatz von Finanzderivaten beim Ausbau der Beteiligung ist dafür ein Indiz. CSG nutze auch die Dienste der internationalen Anwaltskanzlei Freshfields, die auch Unicredit juristisch berät. Den Kreisen zufolge strebt CSG den Ausbau der Beteiligung bis zur Schwelle von 30 Prozent an, ab der ein Pflichtangebot an die freien Aktionäre fällig wird.

CSG wolle sich mit der Aufstockung den Zugriff auf Vorprodukte für seine Munitionsproduktion sichern, heißt es. CSG hatte im Juni erklärt, man plane „derzeit“ weder einen Unternehmenszusammenschluss mit Alzchem noch strebe man einen Sitz im Aufsichtsrat an.

Eine Anfrage von Euro am Sonntag an CSG zu den Gründen für die Beteiligungsaufstockung blieb bislang unbeantwortet. Auch Alzchem wollte sich gegenüber Euro am Sonntag bislang nicht zu dem Vorgang äußern.

Fazit

Der Alzchem-Aktienkurs hat sich infolge von Rüstungsfantasie in den vergangenen drei Jahren mehr als versiebenfacht. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie noch zwölf Prozent zugelegt. Nach Einschätzung von Jefferies fehlen trotz solider Quartalszahlen derzeit die Kurstreiber. Etwas Übernahmefantasie könnte dem Aktienkurs neuen Schwung geben.  



Alzchem Group (WKN: A2YNT3)