Beim Verpackungshersteller Gerresheimer ist alles möglich
Übernahmechance, Turnaround, aber auch das Risiko einer massiven Verwässerung durch Umschuldung: Bei der Aktie von Verpackungshersteller Gerresheimer (WKN: A0LD6E) sind viele Wege möglich und auch gut zu begründen. Weil das Unternehmen hohe Schulden hat, sich bei den Zahlen schönrechnete und immer noch keinen Jahresabschluss veröffentlicht hat, verfolgt die Mehrheit der Investoren eher eine pessimistische Variante.
Da kommt ein umfangreiches Insidergeschäft umso überraschender. Im vergangenen Jahr war der aktivistische Investor Active Ownership bei Gerresheimer eingestiegen, hatte zunächst mehr als fünf Prozent der Anteile erworben. Seit November ist Klaus Röhrig, Mitbegründer von Active Ownership, auch im Aufsichtsrat der Gesellschaft vertreten. Der Einstieg zu Kursen über 40 Euro pro Aktie hatte sich im Nachhinein als Fehlkauf erwiesen. Die Aktie verlor in der Folge nämlich deutlich an Wert, weil sich das volle Ausmaß der Misere erst später zeigte. Nun hat die Beteiligungsfirma über zwei Adressen im vergangenen Monat Aktien für rund 32 Millionen Euro zu Kursen von 24 bis. 28,30 Euro gekauft. Der Anteil wurde auf mehr als 13 Prozent des Kapitals ausgebaut.
Weil davon auszugehen ist, dass die erfahrenen Investmentprofis nichts zu verschenken haben, rational handeln und einen gewissen Einblick in die Situation des Unternehmens mitbringen, ist ein Nachkauf auf jeden Fall ein deutliches Signal: Röhrig und seine Kollegen scheinen bei Gerresheimer noch einiges zu erwarten. Ein Katalysator könnte etwa eine Übernahme sein. Gerüchten zufolge hatte der US-Konzern Silgan Holdings den Einstieg geprüft. Dabei wurden Übernahmepreise von über 40 Euro kolportiert. Aktuell notiert die Aktie bei 25,30 Euro.