Die Aktien von Geldhäusern diesseits und jenseits des Atlantiks sind auf Talfahrt. Der Chef der Bank of America, Brian Moynihan, weckt mit beiläufiger Bemerkung neue Sorgen um den Sektor.

Die Aktien großer US-Investmentbanken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, aber auch von Universalbanken wie JP Morgan und Bank of America sind deutlich unter Druck geraten und haben auch den europäischen Bankensektor mit nach unten gezogen.

Auslöser waren Aussagen von Brian Moynihan, CEO der Bank of America auf einer Konferenz der britischen Barclays-Bank. Moynihan hatte laut Nachrichtenagentur dpa-afx dort erklärt, dass die Handelserträge im dritten Quartal 2026 im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres „relativ unverändert" bleiben dürften. Am Markt wurde dies so interpretiert, dass sich der Aufschwung aus der ersten Jahreshälfte im zweiten Halbjahr nicht fortsetzen werde.

Moynihan erwartet demnach Investmentbanking-Einnahmen in einer Spanne von 1,6 bis 1,8 Milliarden US-Dollar, während Analysten bislang von einem Wert nahe der Zwei-Milliarden-Dollar-Marke ausgingen. Moynihan verwies in einem TV-Interview des Senders Bloomberg auf rückläufiges Geschäft mit Anleihen, während der Aktienhandel gut abschneide. Unter Druck gerieten in Europa auch Großbanken mit starkem Investmentbanking-Geschäft wie die Aktie der Schweizer UBS, die bis zu sechs Prozent verlor.

Fazit

Der Rückgang am Anleihehandel wäre ein negatives Vorzeichen auch für die Deutsche Bank, die in diesem Geschäft ein starkes Standbein hat. Die Deutsche-Bank-Aktie entfernte sich deshalb weiter von ihrem jüngsten Hoch bei 35,84 Euro (8.9.) und sackte auf 33,55 Euro ab. Zuletzt sahen Analysten die Deutsche-Bank-Aktie weiter im Aufwärtstrend, angetrieben durch steigende Leitzinsen und höhere Zinsüberschüsse, Impulse des deutschen Investitionspakets, KI-bedingte Effizienzsteigerungen und steigende Anlagevolumina. Die Kursziele der Analysten liegen derzeit 20 bis 30 Prozent über dem aktuellen Kursniveau. Schwächere Erwartungen an das Investmentbanking-Geschäft könnte dieses Aufwärtspotenzial begrenzen. 

Deutsche Bank (WKN: 514000)