Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hält die Deutsche-Bank-Aktie für unterbewertet, prophezeit einen rasanten Kursanstieg, und sieht sein Institut nicht als Übernahmeziel. „Ich glaube felsenfest an unsere Unabhängigkeit“, sagte er auf der Handelsblatt-Bankentagung. Die steigende Bewertung, die Nummer-Eins-Position in Deutschland und das Investmentbanking würden Aufkäufer abschrecken.
Auf die Frage, ob nach der Commerzbank auch die Deutsche Bank ein Übernahmeziel sein werde, sagte Sewing: „Nein, aber ich halte es für sehr gut denkbar, dass die Bewertung der Deutschen Bank deutlich höher sein wird als bisher.“ Derzeit liegt die Börsenbewertung bei rund 66 Milliarden Euro. Weiter steigen könne sie auch wegen der bis 2028 angepeilten höheren Ziele wie einer Eigenkapitalrendite von 13 Prozent nach Steuern.
Eine Übernahmegefahr sieht Sewing für sein Institut nicht. „Ich glaube felsenfest an die Eigenständigkeit der Deutschen Bank“, sagte er. „Die Nummer eins in einem Land zu übernehmen, mit einer großen Investmentbank, davor schrecken viele zurück“, glaubt Sewing.
Der Aktienkurs der Deutschen Bank hatte zuletzt wieder zugelegt und liegt mit rund 35 Euro auf dem höchsten Niveau seit 2014. Inzwischen wird das Institut auch wieder mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1 an der Börse bewertet. Der Wert hatte zuvor seit der Finanzkrise unter eins gelegen.
Nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs hatten die Aktien der Deutschen Bank am Mittwoch die jüngste Gewinnserie ausgebaut und abermals den höchsten Stand seit Januar 2014 erklommen. Die Papiere legten in der Spitze um zweieinhalb Prozent auf 35,4 Euro zu. Goldmann Sachs hat die Aktie von Halten auf Kaufen hochgestuft und das Kursziel von 37,00 auf 43,75 Euro angehoben. Die Anlaysten halten die Aktie für unterbewertet. "Die Deutsche Bank startet eine Ära höherer Profitabilität." Angetrieben werde sie durch eine höhere Ertragsdynamik und den operativen Hebel. Die Entwicklung werde ab 2027 mit einer deutlich größeren Flexibilität beim Kapital begleitet. Dies alles bekämen die Anleger an der Börse zu einem günstigen Preis.
Fazit
Bemerkenswert ist, dass Sewing die Unabhängigkeit der Deutschen Bank aus eigener Kraft erhalten will, wie er betonte. Von politischem Schutz vor Übernahmen aus dem Ausland hält er nichts. „Wenn jemand geschützt wird, ist er schwach. Das war schon früher auf dem Schulhof so. In diese Rolle sollten wir nicht kommen.“