Die Commerzbank hält knapp 27 Prozent aller Commerzbank-Aktien. Doch über Finanzderivate kontrolliert sie bereits knapp 40 Prozent. Damit erscheint am morgigen Mittwoch bereits eine Hauptversammlungs-Mehrheit möglich.

Die Commerzbank lädt am Mittwoch, 20. Mai, zu ihrer Hauptversammlung. Die Führung der zweitgrößten deutschen Privatbank will weiter um die Unabhängigkeit kämpfen. Die italienische Großbank Unicredit hat ein freiwilliges Übernahmeangebot vorgelegt, das bis Mitte Juni läuft.

Unicredit ist bereits größter Aktionär der Commerzbank und hält knapp 27 Prozent der Aktien direkt und weitere Anteile über Finanzderivate. Der Hauptversammlung am Mittwoch will Unicredit nach bisherigen Informationen in diesem Jahr noch fernbleiben.

Doch direkt und indirekt kontrollieren die Mailänder bereits fast 40 Prozent der Anteile.

Unicredit hält demnach 26,77 Prozent aller Commerzbank-Aktien direkt.

Weitere 3,22 Prozent entfallen auf sogenannte Swaps, die Unicredit nicht selbst besitzt, aber einen unmittelbaren Zugriff darauf hat. Beide Positionen summieren sich auf 29,99 Prozent. Dies könnte auch daran liegen, dass eine kombinierte Position ab 30 Prozent eine aufsichtsrechtliche Genehmigung erfordert.

Weitere 2,6 Prozent entfallen laut bisherigen Informationen auf Swaps, die keine unmittelbaren Zugriff garantieren, mit denen Unicredit aber am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt ist. Beide Positionen summieren sich auf insgesamt 32,6 Prozent. 

Laut einer Mitteilung von Unicredit von Montag umfasst die die dritte Position inzwischen aber nicht mehr nur 2,6, sondern 8,88 Prozent. 

Fazit

Unicredit erhöht im Übernahmekampf weiter sukzessive den Druck auf die Commerzbank. „Die Schlinge um die Commerzbank zieht sich immer weiter zu“, kommentiert Kapitalmarktanwalt Klaus Nieding von der Aktionärsvereinigung DSW.


Commerzbank (WKN: CBK100)

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.