Erstmals seit der Finanzkrise 2008 hat die Deutsche Bank bei einer wichtigen Kennzahl eine markante Schwelle überschritten. Das eigentliche Signal: Das Vertrauen der Investoren in die Substanz der Bank ist zurück.

Die Finanzkrise 2008, aber auch die vielen Rechtsstreitigkeiten haben der Deutschen Bank in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen markanten Vertrauensverlust am Kapitalmarkt beschert. Erst der 2019 angetretene Vorstandschef Christian Sewing schaffte es, mit einer Neuausrichtung und entschlossenen Kostenprogrammen das Ruder herumzuwerfen.

Der Aktienkurs hat darauf bereits in den vergangenen Jahren positiv reagiert. Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Börsenbewertung verdoppelt. Doch erst zu Beginn des Neuen Jahres 2026 schlug sich die Neuausrichtung der Bank auch in einer wichtigen betriebswirtschaftlichen Kennziffer nieder: dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), das nun erstmals seit 2008 den Wert von eins überschritt. So kletterte der Kurs zum Wochenauftakt auf über 34 Euro und damit über den Buchwert, den das Institut zuletzt mit 33,66 Euro ausgewiesen hat.

Die Kennziffer ist ein wichtiger Indikator für das Vertrauen in die Solidität und Wachstumskraft eines Unternehmens. Sie zeigt den Börsenwert in Relation zum Nettovermögen. Die Finanzkrise 2008 hat das Vertrauen in die Vermögenswerte in den Bankbüchern nachhaltig zerstört, so dass 75 Prozent der europäischen Großbanken selbst im Jahr 2025 noch immer ein KBV von unter eins aufwiesen. Nun gehört die Deutsche Bank zur Minderheit jener europäischer Banken, deren KBV bei eins oder darüber notiert.

Fazit

Die Kennziffer allein sollte man auch nicht überbewerten, aber im KBV manifestiert sich inzwischen eben auch die Kehrtwende, die die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren vollzogen hat. Ambitionierte Finanzziele, konsequente Kostenkontrolle und der Anspruch, bald wieder zu den führenden Banken in Europa zu gehören, machen die Aktie weiter zu einem aussichtsreichen Titel.


Deutsche Bank (WKN: 514000)