Die Deutsche Bank hat am Donnerstag Rekordzahlen vorgelegt, die Erwartungen des Marktes übertroffen und sich höhere Mittelfrist-Ziele gesetzt. Dividendenerhöhung und milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Geldwäsche-Razzia sorgt für Spekulationen.
Denn die Vorlage der Zahlen wurde überschattet von einer Razzia der Staatsanwaltschaft am Vortag wegen des Verdachts der Geldwäsche an den Standorten Frankfurt und Berlin. Die Bank bestätigte die Ermittlungen, nannte aber keine Einzelheiten. Laut "Süddeutscher Zeitung" soll es um Vorgänge in der Geldwäschebekämpfung im Zusammenhang mit dem seit März 2022 in der EU sanktionierten russischen Milliardär Roman Abramowitsch gehen, einem prominenten Ex-Kunden der Bank. Demnach soll die Bank Verdachtsmeldungen verspätet an die Behörden weitergegeben haben. Konzernchef Christian Sewing sagte dazu bei der Vorlage der Zahlen: "Nach den Informationen, die uns vorliegen, geht es um Transaktionen aus den Jahren 2013 bis 2018. Ausgangspunkt ist eine vorgeblich zu spät abgegebene Geldwäscheverdachtsanzeige." Man arbeite vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen, könne sich aber darüber hinaus nicht weiter äußern.
2025 hat die Bank nach eigenen Angaben neue Bestmarken erzielt und sich gleichzeitig höhere Ziele gesetzt. „Wir haben das beste vierte Quartal in der Geschichte unserer Bank und auch das Gesamtjahr 2025 mit Rekordergebnissen abgeschlossen“, erklärte Sewing. Der Vorsteuergewinn kletterte demnach um 87 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro, nach Steuern lag der Gewinn bei 7,1 Milliarden Euro.
Die Eigenkapitalrendite lag mit 10,3 Prozent über dem Zielwert von zehn Prozent. Mit 14,2 Prozent lag die harte Kernkapitalquote ebenfalls über dem eigenen Zielkorridor von 13,5 bis 14 Prozent. In den nächsten Jahren soll sie durch Einsparungen und höhere Erträge auf 13 Prozent steigen. Die Aktionäre sollen eine auf 1,00 (0,68) Euro angehobene Dividende erhalten. In Kürze soll zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Milliarde Euro starten.
Fazit
Die Deutsche Bank hat erneut Rekordzahlen vorgelegt und die eigenen sowie die Erwartungen des Marktes übertroffen. Ambitionierte Finanzziele, Kostenkontrolle und der Anspruch, bald wieder zu den führenden Häusern in Europa zu zählen, haben den Aktienkurs im vergangenen Jahr um 75 Prozent steigen lassen. Nach Vorlage der Zahlen ging die Deutsche-Bank-Aktie allerdings auf Tauchstation und lag am Vormittag fast drei Prozent im Minus.
Welches Kurspotenzial jetzt noch in der Aktie steckt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Optimisten rechnen mit 15 bis 20 Prozent. Zu ihnen zählt JP Morgan, die nach den Zahlen ihre Kaufempfehlung für die Aktie bei einem Kursziel von 40 Euro bestätigt hat. Die meisten Analysten sehen das Kurspotenzial allerdings bereits erschöpft.