Zum Wochenauftakt springt die Bayer-Aktie nach oben: Die Papiere des DAX-Mitglieds zogen zeitweise mehr als acht Prozent an und näherten sich der Marke von 45 Euro. Auslöser war eine Entwicklung, auf die Investoren seit Wochen hoffen: Der Oberste Gerichtshof der USA nimmt den Glyphosat-Fall "Durnell" zur Überprüfung an.

Damit steigen die Chancen auf ein Grundsatzurteil zu dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel. Es könnte für rund 67.000 weitere anhängige Klagen wegweisend sein.

Bereits Anfang Dezember hatte der "Solicitor General" der US-Regierung eine Prüfung des Falls empfohlen. Die Aktie war daraufhin erstmals seit 2024 wieder über die Marke von 35 Euro gestiegen. Seit dem Tief unter 30 Euro Ende November 2025 hat das Papier seine Erholung kontinuierlich ausgebaut.

Aus Analystenkreisen kommen derweil überwiegend positive Reaktionen. Bank-of-America-Analyst Sachin Jain erhöhte sein Kursziel deutlich von 35 Euro auf 55 Euro und sieht die Chance eines Bayer-freundlichen Urteils bei rund 70 Prozent. UBS-Experte Matthew Weston bleibt hingegen vorsichtiger: Die Annahme des Falls sei zwar ein Fortschritt, löse die Glyphosat-Problematik aber nicht zwangsläufig. Möglich sei, dass es vor dem erwarteten Urteil im Juni verstärkt zu Vergleichen kommen könnte.

Seit der Übernahme des US-Agrarchemieriesen Monsanto im Jahr 2018 lastet die Glyphosat-Thematik schwer auf Bayer. Zuletzt hatten die Leverkusener weitere 6,5 Milliarden Euro zurückgestellt. Die Klagen wegen mutmaßlicher Krebsrisiken haben den Konzern bereits Milliarden gekostet und den Aktienkurs über Jahre hinweg belastet.

Zusätzliche Zuversicht kommt unterdessen aus der Pharmasparte. Auf der JP Morgan Healthcare Konferenz in der letzten Woche hatte Pharma-Chef Stefan Oelrich steigende operative Margen ab 2028 angekündigt. Treiber sollen Medikamente wie Nubeqa gegen Prostatakrebs, Kerendia bei chronischer Nierenerkrankung, Beyonttra zur Behandlung einer speziellen Herzmuskelerkrankung und Lynkuet gegen Beschwerden in den Wechseljahren sein.

Ein Hoffnungsträger ist auch der Blutgerinnungshemmer Asundexian zur Vorbeugung von Schlaganfällen. Laut Oelrich sind detaillierte Studiendetails in Kürze zu erwarten.

Bayer (WKN: BAY001)

Fazit

Nachdem es jahrelang mit der Aktie abwärts ging, stabilisiert sich Bayer zunehmend. Doch sowohl mit Blick auf Glyphosat als auch auf die Blockbuster-Hoffnungen liegen noch keine Fakten auf dem Tisch. 

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.

Enthält Material von dpa-AFX