Unicredit nimmt angeblich wichtige regulatorische Hürde bei Übernahme der Commerzbank – die sich allmählich in ihr Schicksal fügt.
Die Commerzbank-Aktie hat im Wochenvergleich weitere sieben Prozent zugelegt und am Dienstag ein neues Hoch bei 39,72 Euro markiert. Damit notiert die Aktie auf dem höchsten Stand seit 26 Jahren. Das Institut legt am Donnerstag seine Quartalszahlen vor.
Auslöser der jüngsten Kursgewinne war ein Bericht über die Freigabe der geplanten Übernahme durch die Bafin. Wie die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ berichtete, hat die deutsche Finanzaufsicht den Antrag der italienischen Bank, ihre Beteiligung an der Commerzbank auf über 30 Prozent erhöhen zu dürfen, an die Europäische Zentralbank (EZB) weitergeleitet. Damit habe Unicredit eine wichtige regulatorische Hürde genommen.
Mit der Freigabe durch die Bafin beginne für die EZB eine Frist von 60 Tagen für die Prüfung, die sich bei Benötigung weiterer Unterlagen um weitere 20 Tage verlängern könne.
Unterdessen scheint sich die Commerzbank allmählich in ihr Schicksal zu fügen. Aufsichtsratschef Jens Weidmann hat inzwischen Gespräche des Commerzbank-Managements mit Unicredit angeboten. „Auch wenn wir es uns anders gewünscht hätten, die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung sind klar“, erklärte Weidmann. Unicredit kontrolliert mittlerweile knapp 50 Prozent der Commerzbank-Anteile und verfügt damit bereits über eine Hauptversammlungs-Mehrheit.
Fazit
Auch die Bankenaufseher der EZB werden der Commerzbank-Übernahme keinen Riegel mehr vorschieben. Profitiert haben vor allem die Commerzbank-Aktionäre: Seit dem Einstieg von Unicredit hat sich der Commerzbank-Aktienkurs verdreifacht. Aber auch der Unicredit-Aktienkurs hat sich mehr als verdoppelt. Analysten sehen für die Commerzbank-Aktie weiteres Aufwärtspotenzial bis 45 Euro.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.