Außerordentliche Hauptversammlung beschließt milliardenschwere Kapitalerhöhung und macht den Weg frei für die Commerzbank-Offerte. Formales Angebot soll heute kommen. Unicredit legt Rekord-Quartalsgewinn vor.

Die Unicredit-Aktionäre haben bei einer außerordentlichen Hauptversammlung einer Kapitalerhöhung von bis zu 6,7 Milliarden Euro zugestimmt und so den Weg für ein Commerzbank-Gebot freigemacht. Es wird damit gerechnet, dass Unicredit ihr Mitte März angekündigtes Angebot zur Übernahme sämtlicher Commerzbank-Anteile heute offiziell macht. Für die Offerte sollen bis zu 470 Millionen neue Aktien im Volumen von bis zu 6,7 Milliarden Euro ausgegeben werden.

Am Dienstag hat außerdem Unicredit seine Quartalszahlen veröffentlicht und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Überschuss ist demnach um 16 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gestiegen. - es ist der höchste Quartalsgewinn in der Geschichte der Bank. Experten hatten mit einem Überschuss auf Vorjahreshöhe gerechnet. Die Erträge legten um fünf Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zu. Damit übertraf die Bank ebenfalls die Erwartungen. Die Unicredit bestätigte zudem die Prognose. Die Unicredit-Aktie legte daraufhin bis zu fünf Prozent zu. 

Die Eckdaten für die Commerzbank-Offerte hatte Unicredit bereits Mitte März veröffentlicht. Demnach sollen die Commerzbank-Aktionäre im Rahmen eines Aktientausches pro Anteilsschein 0,485 Aktien von Unicredit erhalten. Rechnerisch liegt die Offerte deutlich unter dem aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie. Der Markt signalisiere damit einen Nachbesserungsbedarf von derzeit rund zehn Prozent, heißt es bei Analysten.

Commerzbank-Vize-Vorstandschef Michael Kotzbauer hat am Dienstag in der „FAZ“ erklärt, die bislang von Unicredit vorgelegten Pläne zielten auf eine „Zerlegung“ der Commerzbank, und den Aktionären werde keine Prämie gezahlt, sondern sie müssten zu einem „Abschlag“ in Unicredit-Aktien tauschen. Der Vorstand sei verpflichtet, im Interesse der Aktionäre zu handeln.

Fazit

Unicredit zielt mit der Offerte nicht auf die Aktienmehrheit, sondern will ein Pflichtangebot bei Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle vermeiden. Zuletzt hatten sich die Italiener direkt und indirekt bereits 32,6 Prozent der Commerzbank-Anteile verschafft und können am Markt weiter aufstocken, um sich die Kontrolle zu sichern.


Commerzbank (WKN: CBK100)

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