Außerordentliche Hauptversammlung bei Unicredit. Übernahmeangebot soll am 5. Mai kommen. Commerzbank kontert mit Quartalszahlen und neuen Gewinnzielen
Der Übernahmekampf zwischen der italienischen Großbank Unicredit und der Commerzbank steuert in dieser Woche auf einen neuen Höhepunkt zu. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Mailand am heutigen Montag (4.5.) wirbt Unicredit-Chef Andrea Orcel für seine Tauschofferte für die Commerzbank und die Ausgabe von bis zu 470 Millionen neue Aktien im Volumen von bis zu 6,7 Milliarden Euro.
Die Zustimmung der Unicredit-Aktionäre für diese Kapitalmaßnahme gilt als wahrscheinlich. So hat der einflussreiche Stimmrechtsberater Glass Lewis den Aktionären empfohlen, sie anzunehmen. Am 5. Mai will Unicredit das Angebot starten. An diesem Tag legen die Italiener auch ihre Quartalszahlen vor.
Die Eckdaten hatte Unicredit bereits Mitte März veröffentlicht. Demnach sollen die Commerzbank-Aktionäre im Rahmen eines Aktientausches pro Anteilsschein 0,485 Aktien von Unicredit erhalten. Rechnerisch liegt die Offerte deutlich unter dem aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie. Der Markt signalisiere damit einen Nachbesserungsbedarf von derzeit rund zehn Prozent, heißt es bei Analysten.
Commerzbank-Vize-Vorstandschef Michael Kotzbauer hat am Wochenende in der „FAZ“ erklärt, die bislang von Unicredit vorgelegten Pläne zielten auf eine „Zerlegung“ der Commerzbank, und den Aktionären werde keine Prämie gezahlt, sondern sie müssten zu einem „Abschlag“ in Unicredit-Aktien tauschen. Der Vorstand sei verpflichtet, im Interesse der Aktionäre zu handeln.
Fazit
Unicredit zielt mit der Offerte nicht auf die Aktienmehrheit, sondern will ein Pflichtangebot bei Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle vermeiden. Zuletzt hatten sich die Italiener direkt und indirekt bereits 32,6 Prozent der Commerzbank-Anteile verschafft und können am Markt weiter aufstocken, um sich die Kontrolle zu sichern.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.