Enttäuschung bei einem Hoffnungsträger, Schuldsprüche bei Glyphosat-Klagen – die Bayer-Aktionäre hatten zuletzt einiges zu verkraften. Am Dienstag warten die Leverkusener mal wieder mit guten Nachrichten auf. Die Phase-III-Studie zu einem Medikament zur Behandlung von Symptomen im Zusammenhang mit den Wechseljahren sind positiv ausgefallen.

Die Untersuchung habe „eine statistisch signifikante Verringerung der Häufigkeit von moderaten bis schweren vasomotorischen Symptomen“ (umgangssprachlich als Hitzewallungen bezeichnet) gezeigt, so der Konzern. Damit hätte „Elinzanetant“ im Langzeitprofil die Daten aus den beiden vorangegangenen Studien belegt. Bayer kündigte am Dienstag an, für das oral verabreichte Präparat nun die Marktzulassung anzustreben.

Nach dem Rückschlag beim Gerinnungshemmer „Asundexian“ (€uro am Sonntag berichtete) sind die positiven Daten bei Elinzanetant besonders wichtig für die Pharma-Sparte des Konzerns. Ab 2026 laufen die Patente für die Blockbuster „Xarelto“ und „Eylea“ Stück für Stück aus. Dem Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden wird ein Spitzenumsatz von einer Milliarde Euro zugetraut.

Bayer (WKN: BAY001)

Euphorie unter den Anlegern vermag die Nachricht am Dienstagmorgen aber noch nicht auszulösen. In Frankfurt notiert die Bayer-Aktie 0,8 Prozent leichter. Immerhin: Die Bodenbildung im Bereich der 26-Euro-Marke ist damit nach wie vor möglich. Seit Anfang des Jahres mussten Aktionäre bereits einen Abschlag von rund 23 Prozent hinnehmen.

Fazit

Die Kursreaktion am Dienstag ist auch Ausdruck dafür, wie frustriert viele Anleger von Bayer aktuell sind. Klar ist auch: Der Konzern wird die zukünftigen Umsätze mit Elinzanetant teilen müssen. Bei der Übernahme von „Kandy Therapeutics“ vor dreieinhalb Jahren wurden neben dem Kaufpreis von 425 Millionen Dollar auch erfolgsabhängige Zahlungen von bis zu 450 Millionen Dollar bis zur Markteinführung vereinbart. Dazu kommen an den Umsatz gekoppelte Zahlungen im dreistelligen Millionenbereich.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.