Italienische Großbank legt offizielle Offerte für Commerzbank vor. Quartalszahlen übertreffen Erwartungen.
Die italienische Großbank Unicredit hat am Dienstag ihr Kaufangebot für die Commerzbank vorgelegt. Das Institut will sich bis zum Ablauf der Frist am 16. Juni weitere Anteile an dem Frankfurter Bankenkonzern sichern. Für jede Commerzbank-Aktie bieten die Italiener 0,485 neue Unicredit-Aktien. Das Angebot bewerte die Commerzbank-Aktie mit 34,35 Euro. Unicredit erwartet nicht, damit die Kontrollmehrheit bei der Commerzbank zu erlangen. Man strebe auch keine Plätze im Aufsichtsrat an.
Die Unicredit-Aktionäre haben zuvor bei einer außerordentlichen Hauptversammlung einer Kapitalerhöhung von bis zu 6,7 Milliarden Euro zugestimmt und so den Weg für ein Commerzbank-Gebot freigemacht.
Am Dienstag hat außerdem Unicredit seine Quartalszahlen veröffentlicht und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Überschuss ist demnach um 16 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gestiegen. - es ist der höchste Quartalsgewinn in der Geschichte der Bank. Experten hatten mit einem Überschuss auf Vorjahreshöhe gerechnet. Die Erträge legten um fünf Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zu. Damit übertraf die Bank ebenfalls die Erwartungen. Die Unicredit bestätigte zudem die Prognose. Die Unicredit-Aktie legte daraufhin bis zu fünf Prozent zu.
Commerzbank-Vize-Vorstandschef Michael Kotzbauer hat am Dienstag in der „FAZ“ erklärt, die bislang von Unicredit vorgelegten Pläne zielten auf eine „Zerlegung“ der Commerzbank, und den Aktionären werde keine Prämie gezahlt, sondern sie müssten zu einem „Abschlag“ in Unicredit-Aktien tauschen. Der Vorstand sei verpflichtet, im Interesse der Aktionäre zu handeln.
Fazit
Unicredit zielt mit der Offerte nicht auf die Aktienmehrheit, sondern will ein Pflichtangebot bei Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle vermeiden. Zuletzt hatten sich die Italiener direkt und indirekt bereits 32,6 Prozent der Commerzbank-Anteile verschafft und können am Markt weiter aufstocken, um sich die Kontrolle zu sichern.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.